Monatsspruch Oktober 2018



Psalm 38 Vers 10

Durchschaut!

Manchmal macht mir das Angst! Wie viel andere von mir wissen! Ohne, dass ich das mitbekomme! Ohne, dass ich das will!

Die Leuchte in meinem Aquarium ist kaputt. Eine neue muss her. Ich informiere mich erst mal im Internet, was so was kostet. Klicke auf verschiedenen Seiten die eine oder andere Leuchte an. Gucke, welche Leistung hat die! Wie viel Strom verbraucht die! Ist die für mein Aquarium überhaupt geeignet. 
Und zack: Schon am nächsten Tag bekomme ich Werbung auf mein Handy: Alles rund ums Aquarium. Alles Mögliche: Leuchten, Filter, Zubehör! Das ganze Programm! Erschreckend, oder?!

Oder wir gehen irgendwo essen und verbringen ein, zwei gemütliche Stunden in einem Restaurant. Kaum zu Hause finde ich auf meinem Handy die Nachricht: Bewerten Sie Ihren Besuch im Restaurant XY. Oder: Teilen Sie Ihren Freunden mit, dass Sie im Restaurant XY waren. Und das alles nur, weil ich mein Handy dabei hatte und dummerweise die Standort-Funktion nicht ausgeschaltet habe. Dann weiß Google eben jederzeit, wo ich bin. Welches Restaurant ich aufsuche. In welchem Laden ich einkaufe. Ob ich im Kino war oder im Lyz in Siegen.

Durchschaut! Manchmal macht mir das Angst! Manchmal will ich das gar nicht! Weil ich die gar nicht kenne, die da alles von mir wissen. Weil ich gar nicht weiß, was die mit diesem Wissen alles anfangen. Da ist das Zuschicken von Werbung wahrscheinlich noch das Harmloseste.

Durchschaut!

Manchmal tut das aber auch gut! Wenn einer mich genau kennt! Wenn einer auch ohne viel Worte weiß, wie es mir gerade geht. Wie es im Moment in mir aussieht.

Manchmal möchte ich das doch: Dass der andere mich versteht. Dass er weiß, warum ich gerade so ticke, auch wenn ich das selber nicht wirklich in Worte fassen kann. Dass er weiß, wonach ich mich sehne, welche Hoffnungen ich habe. Was mich ärgert. Und worüber ich mich freue!

Durchschaut!

Der Beter des Psalms, aus dem der Monatsspruch stammt, der weiß: Ich bin durchschaut! Es gibt einen, der mich durch und durch kennt! Der auch das kennt, was ich mir selbst vielleicht gar nicht eingestehen will.
Der mein Sehnen kennt! Der weiß, was ich mir für mein Leben wünsche. Was da im Moment ganz weit oben auf der Liste steht.

Und der kennt auch mein Seufzen! Wenn mir im Moment alles zu viel wird. Wenn mir da alles über den Kopf wächst und ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.  

Es gibt einen, der kennt das alles. Der kennt mich durch und durch! Besser als ich mich selbst kenne! Gott, der mich geschaffen hat.

Durchschaut! Durchschaut von Gott! Ich weiß nicht, was du dabei als erstes denkst! Vielleicht: Bloß nicht! Das macht mir Angst!
Mir jedenfalls tut das gut: Zu wissen, da ist einer, der zu jeder Zeit weiß, wie es mir jetzt gerade wirklich geht. Der kennt mich, wie ich wirklich bin – und der mich trotzdem liebt.

Und dem geht es nicht darum, mir irgendwelche Werbung zu schicken oder meine Daten für seine Zwecke zu verwenden. Dem geht es wirklich um mich. Der will mein Leben mit mir teilen – jeden Tag.

Ihr/ Euer Michael Goldau