Sommerfreizeit in Kroatien

Zwei Doppeldeckerbusse mit Anhängern waren zu Beginn der Sommerferien schon nötig, um die insgesamt 167 TeilnehmerInnen der diesjährigen Sommerfreizeit der Kirchengemeinden Eiserfeld, Eisern, Gosenbach, Niederschelden (und Nachbargebiete) von der Siegerlandhalle aus nach Pula in Kroatien zu befördern.

Sicher war es auch reiner Zufall, dass – wie bereits im letzten Jahr – ausgerechnet an unserem Abfahrtstag ein Polizeigroßaufgebot (Verkehrskontrolle) den Parkplatz neben der Menge an Teilnehmern und Eltern noch zusätzlich bevölkerte.

Nach 17 Stunden auf dem Campingplatz „Brioni“ angekommen, traf man dort eher zufällig auf weitere 55 Jugendliche aus Siegen und Wilnsdorf, so dass der Campingplatz f(a)(e)st in Siegerländer Hand war. Ein gemeinsamer Gottesdienst mit gut 220 Menschen hatte bis dato dort jedenfalls noch nicht stattgefunden.

Nachdem man sich in der Nachbarschaft häuslich eingerichtet hatte, wurde erst mal der Leihwagen am Flughafen geholt und dem ersten Großeinkaufstest unterzogen. Traditionell alles für „Tortellini alla panna“ am Abend und alles, was so an Grundausstattung für´s Frühstück in einem Großhaushalt gebraucht wird. Die Teilnehmer nutzten den Tag bis zum Essen und dem anschließenden Begrüßungsabend für die Erkundung von Zeltplatz und Strand incl. der ersten leichten Sonnenbrände, die jedoch (quasi mit prophetischer Gabe) 5 Stunden zuvor bereits mit den dazugehörigen Warnungen angekündigt waren. Und auch in den nächsten 10 Jahren werden vermutlich Prophetie und Sonnenschutzfaktor 50 nicht ausreichen, um selbiges zu verhindern.

In den folgenden Tagen pendelte sich dann der Lagerrhythmus so allmählich ein: 07.00 Frühsport, 07.50 -08.00 Rest wecken (so lange dauerte die Runde mit Marschmusik und/oder Topfdeckeln durch die annähernd 50 Zelte), im günstigsten Fall dann Waschen und Zähne putzen. Ansagen für den Tag (erstmalig mit Mikrophon und Lautsprecheranlage) und dann die lange Schlange am reich gedeckten Buffet in immer wieder neu sortierter Reihenfolge: nach Geburtsdatum (kaum zu glauben, wer plötzlich alles im Januar geboren war?) oder Haarfarbe, tischweise, in alphabetischer Folge der Vor- oder Nachnamen, nach Farbe der Unterhose oder auch einfach „Wer-zuerst-kommt-malt-zuerst“.

Danach Spülen und Küchendienst, Andacht mit ausgedehntem Gesangsprogramm und dann wahlweise Sonnenbrand ausbauen, Kreativangebote nutzen, Einkaufen, mit dem Bus nach Pula fahren, rumgammeln, Bulli nach dem Einkauf wieder ausladen helfen. Mittagssnack einnehmen, Schnippeln für´s Abendessen, wieder an den Strand gehen, zum Appetit anregen noch eine Pizza oder einen Burger reinschieben, Klippenspringen, wieder Hunger kriegen, auf´s Abendessen freuen, vorher aber noch 1 Stunde Zumba bei 40 °C, Bauch vollschlagen, Küchendienst und dann Bibelarbeit.

Die „Perlen des Glaubens“ (Gott, Stille, Ich, Taufe, Wüste, Gelassenheit, Liebe, Geheimnis, Nacht und Auferstehung) waren in diesem Jahr das Motto und in Gruppen wurden Gedanken dazu ausgetauscht und auf unterschiedliche Art und Weise erlebbar gemacht. Mit dem gemeinsamen „Perlengebet“, das alle neben den selbst gebastelten Perlenarmbändern als Andenken mit nach Hause nahmen, endeten viele dieser Abende. Ein Gottesdienst mit Abendmahl (leider unterm Zeltdach bei strömendem Regen) rundete das Thema dann ab.

Zwischendurch mussten immer mal wieder neue Gäste am Flughafen abgeholt oder andere, die früher nach Hause mussten (geplant), dorthin gebracht werden – heutzutage alles kein Problem mehr. Apropos Neuerungen: Um Müll und Plastikflaschenpfand zu vermeiden, wurden erstmals Wasserspender angeschafft und die dazu passenden 20-Liter-Gallonen vor Ort angeliefert. 250 davon liefen am Ende schön gekühlt und bedarfsgerecht durch die Automaten, d.h. beim Aus-und Einladen wurden alleine 5 Tonnen Wasser bewegt.

Dazu je nach Mahlzeit 35 kg Fleisch, das in Eigenarbeit geschnetzelt wurde, 12 Köpfe Weißkohl, die zu Krautsalat verarbeitet werden mussten, 25 kg Paprika, 25 kg Nudeln oder Reis, mehrere Zentner Kartoffeln und täglich mindestens 50 Brote, dazu Milch, Kaffee, Marmelade, Wurst, Käse und Müsli in rauen Mengen. Da außer im Himbeerjoghurt (und selbst da bin ich mir nicht sicher) überall Knoblauch verarbeitet wurde, waren wir diesmal im rekordverdächtigen 3-stelligen Knollenbereich!!! Und fast immer waren die Töpfe und Teller im umgekehrten Maße so leer, wie die Bäuche anschließend voll waren. Außer bei den Kartoffeln! Die werden ganz bewusst so kalkuliert, dass es am nächsten Morgen zum Frühstück Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln gibt – und wie da reingehauen wird, das muss man eigentlich erlebt haben.

Darüber hinaus besuchte man abends gemeinsam die istrische Metropole Pula mit ihrem pulsierenden Nachtleben, machte einen ganztägigen Schiffsausflug nach Rovinj und zum Limskifjord und verbrachte so eine abwechslungsreiche und intensive Zeit miteinander.

Möglich gemacht hat das alles ein Super-Team bestehend aus: Heike Bäumer, Lorena Bell, Philipp Dücker, Leon Eggert, Vivien Freudenberg, Eva-Lisa und Lars Friedrich, Marcel Fuchs, Michael Goldau, Chantal Hartmann-Scheld, Jule Hench, Joshua Hercher, Christian Heide, Annika Killer, Carsten Kretzer, Simone Kretzer, Rüdiger Meyer, Iris Ohlig, Janina Rosenthal, Julia Schaumann, Simon Schmidt, Finn Jakob Stolz, Dennis Weide, Micha Wiegel und Lukas Zöller,  bei denen ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihr Engagement bedanken möchte.

Arnd Kretzer