Auf ein Wort

---01. April---

Wenn alles aus dem Gleichgewicht gerät…

„Zuviel auf der Waage? – Darf’s ein bisschen mehr sein?“ Kommt drauf an, oder?! Ob es mehr sein darf?

An der Wursttheke oder an der Fleischtheke. Ich will eigentlich 100 gr Aufschnitt haben. Aber da liegen jetzt 120 gr auf der Waage. Also 20 gr zu viel. 20 gr mehr als ich wollte. Aber die Verkäuferin lächelt mich nett an: „Darf’s ein bisschen mehr sein?“
Und was sagen wir dann – eigentlich fast immer. „Kein Problem! Lassen Sie das ruhig so?“ Da darf’s ruhig auch ein bisschen mehr sein.

Aber, was ist, wenn das Leben mir, wenn das Leben dir,  zu viel auf die Waage legt? Nicht nur ein bisschen mehr. Zu viel. Mehr als wir gebrauchen können. Im Moment haben wir ja vielleicht alle so dieses Gefühl. Dass alles irgendwie aus dem Gleichgewicht gerät.

Für die einen ist es die Sorge, selbst zu erkranken. Für andere die Sorge um den Arbeitsplatz, um die berufliche Existenz. Den einen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Andere leiden darunter, dass sie keiner besuchen kann. Und im Kranken- und Pflegebereich kommen Menschen ans Ende ihrer Kräfte. Und uns alle bewegt die Frage: „Wie lange wird das noch dauern? Wann wird alles wieder einigermaßen normal?“ Wenn man ja wenigstens das wüsste. So ein Datum vor Augen hätte. Das würde ja manches vielleicht auch einfacher machen.

Da ist vieles, was das Leben uns da im Moment auf die Waage legt. Vieles bei dem wir denken: Nein, da darf’s nicht ein bisschen mehr sein! Da hätten wir gern weniger! Viel weniger!

Einfach, weil wir im Moment selbst wenig auf die andere Seite der Waage legen können. Wenig, was unser Leben wieder ins Gleichgewicht bringt. Weil da vielleicht auch unser Glaube in Schieflage gerät. Weil wir uns fragen: Warum lässt Gott das zu? Wieso verhindert er das nicht? Dass so viele Menschen sterben?

„Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Das ist die Jahreslosung für das neue Jahr. „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Es ist eine Antwort auf die Frage: Was ist, wenn mir das Leben zu viel auf die Waage legt? Was ist, wenn mein Leben in Schieflage gerät?  

„Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Das sagt in der Bibel jemand, dessen Leben auch mächtig in Schieflage geraten ist. Ein Vater, der einen kranken Sohn hat.. Alles hat er schon versucht. Nichts hat etwas gebracht. Er kommt zu Jesus. Für diesen Vater ist Jesus so etwas  wie  der  letzten  Strohhalm. Er legt seine Hoffnung, seinen Glauben in die Waagschale. Er legt seinen Glauben auf die andere Seite der Waage. Auch wenn er weiß: Mein Glaube, der ist im Moment gar nicht so stark. Genau deshalb bittet er Jesus: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“  

Es kann sein, dass das in diesen Tagen genau das ist, was wir brauchen. Dass wir auch unseren Glauben in die Waagschale werfen – egal wie schwach er uns im Moment auch vorkommt.

Den Glauben, das Vertrauen in die Waagschale werfen“ Bei all dem, was das Leben uns da jetzt auf die Waage legt. Bei all dem, was unser Leben zurzeit mächtig aus dem Gleichgewicht bringt.

Lasst uns da unseren Glauben, unser Vertrauen mit auf die Waage legen. Nicht den Glauben „Das wird schon wieder!“ Nicht das Vertrauen „Es ist ja noch immer gut gegangen, warum nicht auch jetzt!“

Nein, unseren Glauben, unser Vertrauen auf Jesus. Unser Vertrauen darauf, dass er bei uns ist. Auch in all den schwierigen Momenten. Auch in den Sorgen, in den Fragen die ich habe. Dass er da ganz nah bei mir ist. Dass er meine Sorgen teilt. Dass er meine Fragen mit mir aushält.

Dieses Vertrauen, das darf ich mit auf die Waage legen. Und dann hoffen – hoffen wie der Vater in dieser Geschichte in der Bibel: Den Rest, den legt Jesus mit dazu.

Bleibt behütet von Gott, der ganz nah bei uns ist

Ihr/ Euer Michael Goldau

PS: Die ganze Geschichte zum Nachlesen in der Bibel bei Markus 9, 17- 27.

 

 

---29. März---

Wenn wir alle Abstand halten…

Abstand halten – das ist das Gebot der Stunde. Mindestens 1,5 Meter – besser noch mehr.
Seit einer Woche gelten umfassende Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit. Wir alle sollen unsere sozialen Kontakte soweit wie möglich reduzieren.

Eine Woche haben wir schon hinter uns. Und keiner kann uns sagen, wie lange noch. Und ob aus den Kontaktbeschränkungen doch noch ein Ausgangsverbot wird.
Wenn wir alle Abstand halten, ist das gut – gut, um die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen. Wenn wir alle Abstand halten, ist das gut – für alle.

Aber es tut – gefühlt – nicht gut. Wir merken auf einmal, dass uns da was fehlt. Wie wichtig der Kontakt zu anderen ist.

Einfach mal rausgehen, sich mit der Freundin auf eine Tasse Kaffeetrinken. Mit den Kindern auf den Spielplatz gehen. Sich mit Freuden auf ein Bier verabreden. Sich zum Skat oder zur Doppelkopfrunde zu treffen. Zusammen essen gehen. Sich treffen, um gemeinsam Fußball zu gucken oder um Gottesdienst zu feiern.

Bis jetzt ganz selbstverständlich. Und auf einmal ist es das nicht mehr. Und das tut nicht gut. Da fehlt etwas.
Das eigene Enkelkind nur noch auf Bilder zu sehen. Nicht mitzubekommen, wie es sich entwickelt. Dass es jetzt schon sitzen kann. Und man kann das nicht miterleben.
Die Mutter, die Schwiegermutter nicht besuchen zu können – einfach mal am Sonntag nach dem Gottesdienst auf eine Tasse Kaffee vorbeizufahren oder für sie einzukaufen. Da macht man sich so seine Sorgen, seine Gedanken. Gerade jetzt, wo sie das brauchen, kann man nicht für sie da sein.

Sicher, wir telefonieren, wir schreiben Nachrichten bei WhatsApp. Wir bleiben in Kontakt. Hören nach, ob es dem anderen gut geht.
Aber mal ehrlich: Ein Anruf, eine E-Mail ersetzt keinen Besuch. Und ich kann bei WhatsApp so viele Emojis verschicken wir ich will – das kann nie so gut tun wie einfach mal umarmt zu werden.

Machen wir uns da nichts vor. Und es wird nicht leichter werden in den nächsten Tagen und Wochen. Gerade auch, weil uns niemand sagen kann, wir lange wir noch auf Abstand bleiben müssen.

Heute Morgen – beim stillen Gebet in der Kirche – fällt mein Blick auf das Tuch an der Kanzel. Schwarz auf weiß steht es da. Haben wir es bei jedem Gottesdienst vor Augen: Siehe, ich bin bei euch!

Genau das brauchen wir jetzt –diese Zusage: Auch wenn wir jetzt alle Abstand halten, Gott macht das nicht. Gott geht nicht auf Abstand. Im Gegenteil: Gott ist – und Gott bleibt – uns ganz nahe.

„Auch wenn ich selbst allen Mut verliere, du, Herr, weißt, wie es mit mir weitergeht!“ (Gute Nachricht) Das ist die Losung für den heutigen Sonntag.

Wir haben einen Gott, der mit uns geht – auch durch diese schwierigen, diese unsicheren Zeiten. Wo wir selbst vielleicht den Mut verlieren. Wo wir uns fragen: Wie geht es weiter? was kommt da noch?

Wir haben einen Gott, der uns nicht allein lässt mit dem, was uns gerade beschäftigt, was uns belastet. Wir haben einen Gott, der das sieht, dass uns die Nähe, der Kontakt zu anderen jetzt fehlt. Einen Gott, der uns sagt: Ich bin bei dir. Heute – und morgen – und an jedem Tag.

Auf alle anderen Kontakte müssen wir jetzt möglichst verzichten – zu unserem eigenen und zum Nutzen aller.
Aber diesen einen Kontakt – den zu Gott – auf den aber ganz bestimmt nicht.

Bleibt behütet von Gott, der bei uns ist und der weiß, wie es für uns weitergeht.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 25.März---

Wenn Gewohntes wegbricht…

Wenn Gewohntes nicht mehr da ist…

Am vergangenen Samstag habe ich schon mal für den Sommer vorgesorgt. Ich habe Tagetes (Studentenblumen) in Pflanzschalen ausgesät – wie jedes Jahr.
Und schon nach zwei Tagen sind die ersten aufgegangen – reichlich – ganz anders in den letzten Jahren. Ein schönes Zeichen – finde ich. Eins, das auch gut tut – gerade in diesen Tagen. Ein Zeichen, das Hoffnung macht. Nach dieser Zeit kommt wieder eine andere.
In einer WhatApp-Nachricht schreibt mir jemand: „Hoffen wir darauf, dass alles wieder gut wird!“ Und ich schreibe zurück: „Das wird es. Ganz bestimmt! Vielleicht nur anders!“
Vieles ist anders in diesen Tagen. Es ist eine Zeit des Umbruchs – so erleben wir es. Vieles, was so ganz selbstverständlich war, ist es auf einmal nicht mehr. Vertraute Sicherheiten brechen weg.
Aber gerade in solchen Situationen kann Neues wachsen. Gerade in Krisensituationen.
Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? So sagt es Gott in der Bibel – im Buch des Propheten Jesaja. Er sagt es Menschen, die auch ganz tief in einer Krise stecken. Die sich unsicher fragen: Wie geht es für uns weiter? Haben wir noch eine Zukunft? Und wenn ja, wie wird die aussehen?
Und Gott sagt ihn: Habt keine Angst! Es geht weiter! Ganz bestimmt! Ihr habt Zukunft. Ich will Neues schaffen! Und wenn ihr genau hinschaut: Es wächst schon! Da ist schon etwas da von dieser Zukunft.
Für mich ein Wort der Hoffnung in diesen Tagen. Dass jetzt schon – mitten in der Krise - etwas Neues wächst. Dass jetzt schon Zukunft wächst. Dass nicht alles so weiter geht. Dass wir es lernen werden umzudenken – in vielen Bereichen unseres Lebens. Jeder ganz persönlich – aber auch als Gesellschaft. Das hoffe ich. Das wünsche ich mir.
Dass nicht mehr der Egoismus das Normale ist. Dass nicht mehr jeder erst an sich denkt und dafür sorgt, dass er genug Klopapier zu Hause hat.
Dass ein neues Wir-Gefühl entsteht. Wir schaffen das. Gemeinsam. Miteinander. Eine Gesellschaft, wo wir wieder aufeinander achtgeben – auch oder gerade auf die Schwachen.
Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ja, es ist doch schon zu erkennen. Vielleicht nur zaghaft – so wie die Tagetes, die jetzt bei mir aufgegangen sind. Aber es ist doch da! Menschen bleiben zu Hause – um andere zu schützen. Andere melden sich – um für Nachbarn einzukaufen. Auch unser CVJM in Eisern hat so eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Und an ganz vielen Stellen passiert das, ohne dass großartig darüber geredet wird.
Oder eine kleine Notiz aus der Zeitung. Ein Zeichen, dass sich etwas ändert. Dass etwas Neues wächst. In einer Bäckerei holt ein Feuerwehrmann Brötchen für die Wache. Als er zahlen will, ruft jemand von hinten: „Die Brötchen für die Kameraden von der Feuerwehr übernehme ich!“
Ja, es wächst Neues! Vielleicht noch klein und zaghaft! Aber es kann wachsen, größer werden, blühen – wie meine Tagetes. Auch dann, wenn die Krise vorbei ist.
Träum weiter – werden viele sagen. Helmut Schmidt, der ehemalige Bundeskanzler, hat einmal gesagt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“ Ich halte viel von ihm, aber hier irrt er.
Als Christen leben wir doch von einer Vision – von der Vision einer anderen, einer besseren Welt. Einer Welt, die Gott uns versprochen hat. Und diese Welt ist heute schon da – sie ist heute schon Wirklichkeit – da, wo wir Zeichen dieser neuen Welt setzen – füreinander da sind – uns einsetzen für die Schwachen - einer auf den anderen achtet!
Von dieser Hoffnung wünsche ich uns mehr in diesen Tagen.

Bleibt behütet von Gott, der Neues wachsen lässt.

Ihr/ Euer Michael Goldau

Ach ja, ich brauche noch kleine Plastikblumentöpfe. um die Tagetes zu vereinzeln, wenn sie größer werden. Also, wer noch welche hat….
Ich bringe dann im Sommer auch eine Pflanze vorbei.

 

 

--- 22.März---

Wenn alles andere abgesagt ist…

Sonntagmorgen - 10.00 Uhr. Die Glocken läuten wie immer. Aber nichts ist wie immer.

Die Glocken läuten, aber sie laden nicht dazu ein zusammenzukommen, um miteinander Gott zu feiern und auf sein Wort zu hören. Sie laden ein zum Gebet.
Weil im Moment eben nichts ist wie immer. Vieles ist abgesagt. Vieles, was für uns ganz selbst-verständlich ist. Oder war!

Einfach mal gemütlich mit Freunden treffen – abgesagt. Im Café die Sonne genießen - abgesagt. Sich frei bewegen dürfen, hingehen, wohin man möchte – nicht ganz abgesagt, aber eingeschränkt. Gottesdienste – abgesagt.

Ja, der ganz normale Alltag – er ist abgesagt. Die einen müssen zu Hause bleiben, die Zeit irgendwie sinnvoll nutzen. Die anderen – gerade im Krankenhaus- und Pflegebereich, im Einzelhandel – sie sind über das normale Maß hinaus belastet – oft bis an die Grenzen.

Abgesagt – nichts mehr wie immer! Und keiner kann uns sagen, wann es denn wieder wie immer sein wird. Oder viel entscheidender: Ob es überhaupt irgendwann wieder wie immer sein wird.

Abgesagt – gut, dass einer jetzt nicht alles absagt. Gott steht zu seinem Wort. Durch Jesus hat er gesagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Sie bleiben ewig. Für immer!“

Und genau das gilt auch für die Worte aus dem Buch des Propheten Jesaja, die heute an diesem Sonntag Predigttext sind. Da sagt Gott: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!“

Wie eine Mutter! Der Papa ist zum Toben da, zum Fußball spielen oder, um das Fahrrad zu reparieren, wenn da mal was kaputt ist.

Aber wenn das Knie aufgeschlagen ist, die beste Freundin nicht mehr die beste Freundin sein will oder alle lachen, weil man eine Brille tragen muss, dann ist Mama gefragt.
Und die muss gar nicht viel machen. Sich zum Kind runterbeugen, sich hinknien. Das Kind in den Arm nehmen. Es streicheln. Die Tränen abwischen!

Es geht bei echtem Trost letztlich um ein festes, tiefes Vertrauens-verhältnis. Zu wissen: Ich habe einen Gott, in dessen Arme kann ich mich fallen lassen. Diese Arme fangen mich auf. Da hält mich jemand, auch da wo alles haltlos wird. Da steht jemand zu mir, auch wenn ich nicht mehr alles in der Hand habe, wie ich das gewohnt bin.

Ich habe einen Gott, der mich versteht. Der für mich da ist, wenn das, was mich im Moment bewegt, unsicher macht, ängstlich macht. Einer, der einfach für mich da ist. Der mir seine Nähe schenkt. Einfach so. Der mit mir auch durch diese Zeit geht, ind er eben nicht alles ist wie immer! Weil er ich liebt!

Und deswegen erinnert er mich daran: Doch eins ist wie immer! Eins bleibt wie immer: Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Vieles andere ist im Moment abgesagt, aber das nicht. Weil Gott zu seinem Wort steht. Weil er den, der sich in seine Arme fallen lässt, ganz sicher auffängt.

Weil vieles abgesagt ist, ist gerade das jetzt angesagt:
Vor der ungewissen Zukunft – Gott vertrauen!
An den hoffnungslosen Tagen – Gott vertrauen!
In den Sorgen, die zu schaffen machen – Gott vertrauen!

Bleibt behütet von Gott, der uns wie eine Mutter tröstet.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 19.März---

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Dieser Vers aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus war in den Losungen der Lehrtext vom 10. März - bevor sich unser Alltag so grundlegend geändert hat.

Ein Wort, das mich seitdem begleitet hat, durch all die Entwicklungen, die sich in den letzten Tagen ergeben haben, die sich teilweise überschlagen haben.

Ein Wort, das uns – denke ich - die Richtung vorgeben kann bei all dem, was wir jetzt erleben und was uns verunsichert. Das uns Halt gibt in all den Befürchtungen, die uns in diesen Tagen umtreiben.

Der Geist, der uns als Christen bewegt, erinnert uns Paulus, das ist kein Geist der Furcht. Kein Geist, der sich von dem, was von allen Seiten auf ihn einstürmt, verängstigen oder verrückt machen lässt.

Dieser Geist ist ein Geist der Kraft – einer Kraft, die wir nicht in uns haben, die von außen, die von Gott kommt. Einer Kraft, die ruhig und gelassen macht. Weil wir daran glauben, dass einer all das in seiner Hand hat – auch das, was im Moment irgendwie aus dem Ruder zu laufen scheint.

Dieser Geist ist ein Geist der Liebe – einer Liebe, die nicht nur sich selbst, sondern gerade jetzt besonders auch den Nächsten im Blick hat.
Angela Merkel hat in ihrer Ansprache  davon gesprochen, dies sei die größte Krise und Herausforderung unserer Gesellschaft seit dem 2. Weltkrieg.
Jetzt ist es an der Zeit, zu zeigen, dass unser Land unsere Gesellschaft wirklich von christlichen Werten bestimmt wird. Dass da wirklich der Geist der Liebe, der Nächstenliebe unser Handeln bestimmt. Ein Geist, der uns offene Augen dafür schenkt, wo unsere Hilfe gefragt ist, wo jemand in unserer Nähe auf unsere Unterstützung angewiesen ist - in welcher Form auch immer. Ein Geist, der uns da auch sicher ganz kreativ werden lässt.

Und dieser Geist – schreibt Paulus – ist ein Geist der Besonnenheit. Ein Geist, der uns dabei hilft, uns zu besinnen. Darauf zu besinnen, dass wir auch in diesen schwierigen Zeiten nicht allein sind. Dass wir einen Gott haben, der uns versprochen hat: Ich bin bei euch – alle Tage!
Alle Tage – auch an den Tagen, an denen Sorgen und Fragen uns umtreiben, an denen, wir spüren, dass uns vieles aus den Händen gleitet, dass wir eben nicht alles im Griff haben, wie wir es immer meinen.
Wir haben einen Gott, der an unserer Seite ist, der den Weg für uns kennt und der uns sicher ans Ziel bringen wird.

Darauf vertrauen wir als Christen. Diese Hoffnung dürfen wir nicht verschweigen - gerade in diesen Tagen nicht!

Bleiben Sie behütet in diesen Tagen und Wochen.

Ihr/ Euer Michael Goldau