Auf ein Wort

--- 12. Juli ---

Der hat voll den Plan…

Ja, ist denn heut schon Weihnachten?! Natürlich nicht! Jetzt ist erst mal Sommer angesagt. Und Ferien. Viel freie Zeit.

Die hab ich jetzt genutzt, mal mein Büro aufzuräumen. Und da hatte ich ihn in der Hand. Den Güterwagen. Den von meiner Modell-Eisenbahn. Irgendwann hab ich den mal für eine Andacht hervorgekramt. Ist aber schon länger her. Seitdem steht er jetzt im Büro.

Irgendwie passend, denke ich noch. Wegen der Geschichte dieses Waggons. Den habe ich nämlich mal zu Weihnachten bekommen. Da war ich 8 oder 9 Jahre alt. Und mein größter Wunsch war eine Modelleisenbahn. Den hatten damals alle Jungs.

Heiligabend gab es bei uns in der Familie immer das gleiche Ritual. Jedes Jahr. Erst waren wir bei Oma und Opa, den Eltern meiner Mutter. Da gab es dann die erste Bescherung für uns Kinder. Auch in dem besagten Jahr. 
Ich bekam ein kleines Päckchen. Vorsichtig habe ich das ausgepackt. Und da war er – dieser Eisenbahnwaggon. Ein Gepäckwagen für einen Güterzug. Für eine richtige Eisenbahn. Einer, bei dem man sogar das Dach aufschieben kann – zum Beladen.

Aber so richtig gefreut habe ich mich nicht – nicht wirklich. Und irgendwie konnte man mir das – glaube ich - ansehen. Mein Oma hat mich gefragt: „Ist das nicht der richtige? Der, den du dir gewünscht hast?“
„Doch, Oma“, hab ich gesagt. „Der ist ganz toll! Genau der, den ich haben wollte. Aber ich habe doch gar keine Eisenbahn!“
Meine Oma hat nur gelächelt. Sie wusste ja, was ich noch nicht wusste.
Alle Geschenke wurden eingepackt. Es ging nach Hause. Noch einmal Bescherung. Ich bekam einen großen Karton.

Jeder  ahnt bestimmt, was da drin war. Richtig! Eine elektrische Eisenbahn! Ein Anfängerset! Eine Dampflokomotive! Zwei Personenwagen! Ein paar Schienen – Geraden, Kurven und eine Weiche! Und ein Trafo! 
Klar, das musste sofort aufgebaut werden. Mitten im Wohnzimmer wurden die Gleise verlegt! Der Zug wurde vorsichtig auf die Gleise gesetzt. Ich durfte – stolz wie Oskar – langsam den Regler am Trafo drehen. Und die Lokomotive setzte sich langsam in Bewegung – mit ihren zwei Personenwagen! Und dem Güterwaggon hinten dran!
Es ist spät geworden an diesem Heiligabend. Das weiß ich noch. „Nur noch eine Runde!“ hieß es immer wieder.

Jetzt halte ich diesen Waggon beim Aufräumen in den Händen. Und denke: Es gibt Situationen im Leben, da geht es mir wie damals mit dem Waggon. Damit kann ich nichts anfangen. Die kriege ich irgendwie nicht eingeordnet. Da fehlt mir der Zusammenhang. Das große Ganze! Der Überblick! Damals hatten den meine Eltern und meine Großeltern! Die wussten ja, was noch kommt! Dass das schon passt!

Und in meinem Leben! Ich glaube, dass Gott da den Durchblick hat. Der kennt den Zusammenhang. Das, was ich vielleicht gerade nicht einordnen kann in diesen Tagen und Wochen.

Gott verspricht in der Bibel:  Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!

Darauf will ich mich verlassen – auch wenn mir mal wieder den Überblick fehlt.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der das große Ganze unseres Lebens kennt
Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 05. Juli ---

Aber eins kann mir keiner nehmen…

Kein Zeltlager?! Geht gar nicht! Ganz ausfallen lassen? Irgendwie keine Option!

Ok, in Dreisbach kann es in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Vielen Dank dafür, Corona! Du hast vieles auf den Kopf gestellt seit März. Du hast uns dazu gebracht, auf vieles zu verzichten. Uns umzustellen. Vieles anders als gewohnt zu machen. Bei vielem haben wir mitgemacht. Aber irgendwann ist auch Schluss.

Und beim Zeltlager – da verstehen wir keinen Spaß. Das nimmst du uns nicht! Auf jeden Fall nicht ganz! Das steht fest! 
Also gab es in der vergangenen Woche zwar keine ganze Woche Zeltlager aber wenigstens eine Zeltlager-Nacht. Nicht in Dreisbach. Dafür bei uns auf der Terrasse.

Dass das Wetter nicht ganz so mitspielt?! Geschenkt! Zeltlager ist eben outdoor. Und gegen Regen gibt es Planen. Wenn uns Corona nicht vom Zeltlager abhalten kann, dann so ein Regenschauer schon mal gar nicht.

Und  da sitzen wir dann – Herbert und ich – wie im Zeltlager. Bequem in unseren Zeltlagerstühlen auf unserer Terrasse. Vor uns im Feuerkorb knistert das Lagerfeuer. Ein bisschen wie im echten Zeltlager – zumindest wenn man die Augen zumacht.

Wie immer im echten Zeltlager wird dann am Lagerfeuer/ Feuerkorb gekocht. Und wie immer vom Feinsten. Diesmal lassen wir es richtig krachen. Schließlich haben wir diesmal keine Woche, um uns kulinarisch auszutoben – nur eine Nacht. 
Reisnudeln mit scharfer Kokos-Sauce und Garnelen. Der erste Gang. Natürlich alles auf dem kleinen Gaskocher zubereitet – gelernt ist gelernt.

Auch der zweite Gang nachts um 1 Uhr – ein Gedicht: Rinderfilet mit Folienkartoffeln und pikantem Knoblauch-Dip. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Satt und zufrieden genießen wir den Rest der Nacht! Schauen ins flackernde Feuer. Blicken in den Sternenhimmel. Ja, selbst die Sterne sind zu sehen. Die Wolkendecke ist aufgerissen irgendwann spät nachts. Alles passt. 
Und wir sind uns einig: Das nimmt uns keiner – auch du nicht, du kleiner fieser Virus. Das lassen wir uns einfach nicht nehmen. Auch von dir nicht.

Und ich denke: Gut, zu wissen - auch in meinem Leben gibt es etwas, das nimmt mir keiner – kein Mensch kann mir das wegnehmen, kein Virus, den wir nicht in den Griff bekommen. Ja, nicht einmal der Tod!

Dass Gott mich liebt, dass er für mich da ist, meine Fragen, meine Sorgen mit mir teilt und aushält - nein, das nimmt mir keiner. 
Dass Gott in meinem Leben den Durchblick hat – auch in diesen Tagen und Wochen. Dass mein Leben ein Ziel hat und dass er mich ganz sicher auch an dieses Ziel bringt – nein, das nimmt mir keiner. Da bin ich ganz sicher! Das lasse ich mir einfach nicht nehmen.

Auch da sind wir uns einig – während wir – wie im Zeltlager – auf das erste Licht des neuen Tages warten. 

Bleibt behütet von unserem Herrn, dessen Nähe und Liebe uns nichts und niemand nehmen kann
Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 28. Juni ---

Ich seh‘ den Sternenhimmel…

Eigentlich gäbe es heute gar kein „Auf ein Wort“. Eigentlich wäre ich jetzt gar nicht da. Eigentlich! 
Viele Sätze fangen in diesen Wochen so an. Ja, eigentlich wäre jetzt Zeltlager. Aufbaulager am Freitag. Zelte und Kochbude aufbauen. Der ewige humorvolle Wettstreit zwischen dem „Team Zelte“ und der „Kolonne Kochbude“. Wer ist als erster fertig? Und wo wurde getrödelt? Damit alles fertig ist, bevor die Jungscharler anreisen.

Zeltlager – eine Jahr ohne?! Irgendwie nicht vorstellbar! 17 Jahre bin ich dabei gewesen. Als Mitarbeiter. Aber irgendwann ist es eben Zeit! Zeit aufzuhören! Spätestens wenn  vorm Zelt das Schild „Altersheim“ steht.

Aber niemals geht man so ganz. Da ist schon was dran. Irgendwie lässt es einen nicht los. Mich jedenfalls nicht. Und dann der Anruf: „Wir suchen noch jemanden – für die Nachtwache! Hast du Lust?!“ Was für eine Frage! Natürlich! Da muss ich keine Sekunde lang überlegen.

Ja, ich bin rückfällig geworden. Ich bin wieder dabei. Zusammen mit Herbert sitze ich nachts als Bewacher am Lagerfeuer. Wir passen auf. Schauen nach den Jungs. Wenn die mal husten! Oder nachts einfach schlecht träumen. Ab und zu muss auch schon mal  ein Schlafsack ausgewachsen werden.

Aber meistens sitzen wir einfach nur da. Am Lagerfeuer. Still. Irgendwann fehlt einfach der Gesprächsstoff. Jeder hängst so seinen Gedanken nach. Für mich die schönste Zeit im Zeltlager. 
So im bequemen Campingstuhl. Vor sich das knisternde Lagerfeuer. Und über sich ein atemberaubender Sternenhimmel. Das hat echt was. Millionen von Sternen da am Himmel.

Man kriegt so eine leise Ahnung davon, dass das alles irgendwie kein Zufall sein kann. Dass da einer sein muss, der das alles so gewollt und geschaffen hat. Einer, der dafür gesorgt hat, dass da eins ins andere greift.
Das Licht der Sterne. Millionen Jahre ist es unterwegs. Und jetzt, wo ich es sehe, da gibt es diesen Stern vielleicht schon gar nicht mehr. Unbegreiflich!

Ich spüre immer wieder so etwas wie Ehrfurcht beim Blick in diesen unendlichen Sternenhimmel. Ehrfurcht vor Gottes Macht, vor seiner Herrlichkeit.

Und mir geht auf, wie unbedeutend wir Menschen eigentlich sind auf diesem Staubkorn Erde mitten in diesem unendlichen Universum. Keine neue Erkenntnis. 
Das ist schon dem Beters des 8. Psalms in der Bibel aufgegangen. Ich bestaune den Himmel, das Werk deiner Hände, den Mond und alle die Sterne, die du geschaffen hast: Wie klein ist da der Mensch, wie gering und unbedeutend! Und doch gibst du, Gott,  dich mit ihm ab und kümmerst dich um ihn!

Unglaublich oder?! Der allmächtige Gott, der Schöpfer dieses gigantischen Universums, der kümmert sich um mich – dem bin ich wichtig. Dem sind meine Fragen, meine Sorgen gerade in diesen Tagen nicht egal. Tröstlich, oder?!  Und Mut machend – finde ich.

Ich seh‘ den Sternenhimmel. Und weiß: Der, der das geschaffen hat, der ist ganz nah bei mir. Auch ohne Zeltlager – auch ohne Lagerfeuer - der Blick nach oben lohnt.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist
Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 21. Juni ---

Freiheit, Freiheit, ist das Einzige, was zählt…

Gerade lief es im Radio. „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen. Schon ziemlich alt das Lied. 1990 ist es erschienen.
Aber eigentlich doch immer aktuell. In diesen Tagen und Wochen noch mal ganz besonders.

Freiheit, Freiheit, ist das Einzige, was zählt. Ja, Freiheit ist ein hohes Gut. Ein wertvolles Recht. Eines unserer Grundrechte! Unverzichtbar! Zu Recht! 

In den letzten Wochen ist mir das noch einmal bewusst geworden. Aber auch, wie selbstverständlich diese Freiheit für uns mittlerweile geworden ist.
Ich darf reisen, wohin ich will. Keiner hindert mich daran. Mal eben nach Holland – nach Herten zum Boot. Kein Problem. Personalausweis?! Den habe ich noch nicht einmal an der Grenze vorzeigen müssen.

Aufgewachsen bin ich in einem Europa mit immer weniger Grenzen. Grenzen, die unsere Kinder gar nicht mehr kennen gelernt haben.
Und auf einmal war alles anders. Gab es Einschränkungen. Nicht nur meiner Gewohnheiten. Auch meiner meiner Freiheit.  Reisen?! Auf einmal nicht mehr möglich. Unvorstellbar: In Europa waren die Grenzen dicht!  

Einfach gehen, wohin ich gerade will – mich aufhalten, wo ich will - mich treffen, mit wem ich will – geht plötzlich nicht mehr. Eingeschränkt. 
Auf einmal merke ich, wie wertvoll diese Freiheit ist. Eben gar nicht so selbstverständlich. Nicht einfach so da!

Viele macht das unsicher. Manchen auch Angst! Die Freiheit ist in Gefahr – sagen sie. Die ganzen Corona-Maßnahmen – für sie sind sie überzogen. Nicht angemessen. Deshalb protestieren sie. Demonstrieren für die Freiheit. Gegen die Einschränkungen dieser Freiheit! Ihrer Freiheit!

Aber ist das so einfach!? Ich habe das Recht, mich selbst zu verwirklichen! Uneingeschränkt! Zu jeder Zeit! So viel Toilettenpapier oder Nudel kaufen wie ich will! Ist das Freiheit? Ist das die Freiheit, die als Einzige zählt?

Gehört zur Freiheit nicht mehr?! Nicht nur meine Freiheit – auch die des anderen? Und was ist, wenn meine Freiheit die des anderen einschränkt? Ja, wenn sie sogar seine Gesundheit gefährdet? Oder im schlimmsten Fall sein Leben? 
Gar nicht so leicht – das mit der Freiheit.

Vielleicht hilft da ja auch ein Blick in die Bibel. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. So schreibt es Paulus da.

Ich verstehe das so: Wo Gott unter uns wirkt, wo wir uns an seinem Wort orientieren, von ihm die Richtung vorgeben lassen – da ist Freiheit da. Echte Freiheit.
Da verzichte ich auf ein Stück meiner Freiheit – dem anderen zuliebe. Da trage ich eine Maske, da halte ich Abstand – dem anderen zuliebe. Seiner Gesundheit zuliebe.

So verstanden fällt mir das auch gar nicht so schwer. Das mit den Einschränkungen. Mir nimmt keiner was weg. Ich gebe etwas ab.
Und diese Freiheit – die lasse ich mir nun wirklich von keinem nehmen. Diese Freiheit ist wirklich das Einzige, was zählt.

Bleibt behütet von unserem Herrn, dessen Geist uns Freiheit schenkt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 14. Juni ---

Gegen die Strömung…?

Neeltje Maria – ein ungewöhnlicher Name. Neeltje Maria ist Holländisch. Der Name eines Bootes. Seit knapp vier Jahren ist mein Schwager stolzer Besitzer dieses Bootes.

Gebaut in den 70er Jahren hat sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel – die Neeltje Maria. Ihr Heimathafen ist Herten bei Roermond.

Das Tolle ist –die Neeltje Maria ist nur 9,5 m lang ist und schafft auch bei Vollgas keine 20 km/h. deshalb darf man sie in den Niederlanden ganz ohne Bootsführerschein fahren. Selbst ich darf das.

Ok, die wichtigsten Verkehrsregeln und –zeichen für Wasserstraßen in Holland haben mein Schwager und ich vorsichtshalber auswendig gelernt. Sicher ist sicher!

Aber grau ist alle Theorie. Entscheidend ist auffem Wasser. Da zählt eben nicht nur, dass ich alle Schleusenzeichen und alle Verkehrsregeln beherrsche. Da zählt – wie beim Autofahren – auch Erfahrung. Erfahrung, die wir erst sammeln mussten – manchmal auf sehr abenteuerliche Weise.

Im Frühjahr vor zwei Jahren zum Beispiel. Wir wollten gerne rausfahren – eine Runde über die Maas und dann wieder zurück in den Hafen. Normalerweise eine leichte Übung. Aber die Maas hat an diesem Wochenende Hochwasser. Entsprechend stark ist die Strömung.

Wir schauen uns das vorsichtshalber an. Unser Boot schafft 12- 15 km/h. Die Strömung sieht schon ziemlich schnell aus. Also fragt mein Schwager ein paar Leute an unserem Steg. „Kein Problem“, sagen die. „Das müsste euer Boot schaffen!“

Also, Leinen los. Wir gleiten langsam durch das ruhige Hafenbecken Richtung Ausfahrt auf die Maas. Gegen die Strömung fahren wir auf die Maas. Und merken gleich – das wird sportlich. Wir geben Vollgas. Sonst fahren wir rückwärts. Kommen gegen die Strömung nicht an.

So nach ein paar Minuten schaue ich zum Ufer. Der Baum da an Steuerbord, der war da auch schon vor einer Viertelstunde. Wir kommen nur Meter um Meter vorwärts. Das bringt nichts, entscheiden wir. Also, wieder zurück in den Hafen. Aber wie? Wenn wir jetzt wenden treibt uns die Strömung an der Einfahrt vorbei.

Eine halbe Stunde fahren wir mit Vollgas gegen die Strömung – jetzt müsste es klappen mit der Wende. Wir wissen: Wir haben genau einen Versuch, die Einfahrt zu treffen. Wir gucken uns an. Los!

Mit Müh und Not schaffen wir es. Das Boot schlingert hin und her. Unter Deck fallen Tassen und Töpfe aus den Schränken. Geschafft! Wieder zurück im sicheren Hafenbecken.

Wir haben daraus gelernt. Es gibt eine Zeit rauszufahren. Und es gibt eine Zeit, im Hafen zu bleiben. Alles hat seine Zeit – heißt es in der Bibel. Zeit, die Gott in seinen Händen hält. Über die er bestimmt und nicht wir.

Irgendwie denke ich – ist das gerade genau die Frage: Welche Zeit ist jetzt? Die Zeit, weiter vorsichtig zu sein - Abstand zu halten, Maske zu tragen? Oder die Zeit für weitere Lockerungen? Für mehr Normalität - wie es viele fordern.

Ich weiß nur – mein Schwager und ich – wir haben gelernt aus diesem Erlebnis. Beim Hochwasser der Maas im folgenden Jahr haben wir auf Experimente verzichtet. Da sind wir schön im Hafen geblieben.

Vielleicht für die Situation im Moment auch nicht die schlechteste Lösung.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns zeigt, was für uns dran ist

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 07. Juni ---

Wie eine bunte Blumenwiese…

Es hat geregnet! Endlich! Es wurde auch Zeit! Ich hab drauf gewartet.
Alles viel zu trocken bis jetzt. Zu trocken zum Pflanzen. Zu trocken zum Säen.
Extra Grassamen hatte ich gekauft. Um die Löcher zu beseitigen, die die Wildschweine bei ihren nächtlichen Besuchen hinterlassen hatten. Auch bei uns.
Und Blumensamen habe ich. Bienenweide – Bunte Blumenmischung steht da drauf. Die habe ich nicht gekauft. Jedenfalls nicht mit Geld. Die habe ich für meinen Einsatz bekommen. Beim Blutspenden. Jedes Mal gibt es da ein kleines Dankeschön. Dass man gekommen ist. Sein Blut spendet. Mithilft, Leben zu retten.

Ein kleines Dankeschön. Diesmal eben eine bunte Blumenmischung. Und jetzt endlich der Regen. Also nichts wie raus. Die Saatmischung auf das Beet gestreut. Gießen musste ich nicht. Da kam ja jetzt genug von oben.

Die ersten Pflänzchen sind schon aufgegangen. Die ersten grünen Spitzen sind schon zu sehen. Ganz klein und zart noch. Aber die werden wachsen. Ganz sicher.

Ich freue mich schon drauf. Irgendwann werden die Blumen blühen. Vielleicht in einem Monat. Da ist das Beet dann schön bunt – voller ganz unterschiedlicher Blumen – mit ganz unterschiedlichen Farben. Sieht sicher richtig toll aus. Auf dem Bild der Saatmischung kriegt man schon so einen Eindruck. Wie es aussehen kann. Worauf ich mich freuen kann.

Da sind Blumen in allen Farben drauf zu sehen: rot, gelb, blau, orange, lila. Eben richtig bunt.

Wär ja irgendwie auch langweilig. Nur eine Sorte von Blumen. Nur eine Farbe. Auch wenn es vielleicht meine Lieblingsfarbe ist. Eintönig – im wahrsten Sinne des Wortes.

Nein, dieses Beet wird bunt werden – richtig bunt. Und ich denke: Im Garten da freuen wir uns darüber. Dass es schön bunt wird. Da freuen wir uns über die vielen unterschiedlichen Blumen – die vielen Farben.

Warum kann das unter uns nicht auch so sein? Warum können wir uns an den bunten Blumen freuen? Aber nicht daran, dass wir Menschen genau so unterschiedlich sind?

Auf dem Beet, da wachsen diese Blumen bunt nebeneinander. Warum können wir Menschen das nicht auch?
Scheinbar ist das schwierig! Die Bilder aus Amerika zeigen das wieder! Die Hautfarbe eines Menschen – für viele spielt sie immer noch eine Rolle. Macht sie immer noch einen Unterschied aus.

Leider auch bei uns. Fußballspieler mit dunkler Hautfarbe werden im Stadion beschimpft. Werden mit Affenlauten begrüßt. Mit Bananen beworfen. Auch bei uns. Da ist bunt scheinbar nicht gefragt. Nicht wenn es um unser Miteinander geht.

Gedacht hat sich das Gott anders. Am Anfang der Bibel lese ich: Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
Eigentlich hat es Gott genauso gemacht wie ich. Ich hab die Saatmischung einfach aufs Beet gestreut. Ich hab die Blumen samen nicht vorher sortiert. Die blauen hier hin. Die roten dahin. Schön bunt soll es sein – mein Beet.
Und ich bin sicher: Das hat sich Gott auch gedacht: Schön bunt soll sie sein - meine Welt. Gott sortiert nicht aus. Nach Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Warum dann wir?

Machen wir es doch wie Gott: Freuen wir uns darüber – wie bunt diese Welt ist – wie bunt und vielfältig unser Miteinander ist. Und arbeiten wir daran!  

Bleibt behütet von unserem Herrn, der diese Welt, der uns, so wunderbar bunt geschaffen hat

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 31. Mai ---

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

Na klingelt’s!? Die Überschrift erkannt?

Ich liebe Filme. Alte Filme. Gerne auch noch in Schwarz-Weiß. Die Überschrift ist ein Zitat aus so einem Film. Aus einem absoluten Filmklassiker. Aus „Casablanca“!

Ein Film von 1942. Mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann. Von den Jüngeren kennt die keiner mehr. Aber auf der Liste meiner Lieblingsschauspieler stehen die ganz weit oben. „Casablanca“ – das ist ganz großes Kino.

„Rick‘s Café Americain“ in Casablanca ist im Zweiten Weltkrieg der Treffpunkt vieler Menschen aus Europa, die nach Amerika fliehen wollen. Rick Blaine – gespielt von Humphrey Bogart -, der Besitzer des Cafés, trifft hier Ilsa Lund – gespielt von Ingrid Bergmann - wieder, mit der er eine Affäre in Paris hatte.

Aber Ilsa ist nun mit dem Widerstandskämpfer Victor László liiert. Der will sich nach Amerika absetzen und benötigt dafür zwei Transitvisa. Rick könnte sie ihm beschaffen. Doch die Liebe zu Ilsa lässt ihn zweifeln.

Großartig die Schlussszene auf dem Flughafen. Der Abschied. Rick verzichtet aus Liebe auf das Transitvisum. Lisa und ihr Mann fliegen in die Freiheit.

In der Schlusseinstellung geht Rick mit Louis Renault, dem Capitaine der französischen Truppen in Casablanca, über das neblige, dunkle und verlassene Rollfeld. Und dann fällt dieser Satz: „Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“ Ende! Wie gesagt: Ganz großes Kino.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Was macht eigentlich einen wirklich guten Freund aus? Dass er für mich da ist, wenn es drauf ankommt?! Sicher! Ein guter Freund lässt mich nicht hängen lässt, wenn ich Hilfe brauche. Der hat ein offenes Ohr für mich. Für meine Fragen. Für meine Sorgen. Einfach für alles. Dem kann ich alles sagen. Und der behält das für sich. Da kann ich bei einem guten Freund ganz sicher sein.

Ein guter Freund sagt aber nicht zu allem Ja und Amen. Der sagt mir auch schon mal die Meinung. Wenn ich mich verrannt habe. Wenn ich Mist gebaut habe. Dann sagt er mit das auch. Offen und ehrlich. Und steht trotzdem zu mir.
Einfach weil er mein Freund ist. Einer, der mich kennt. Der weiß, wie ich ticke. Wie ich wirklich bin.
Dem muss ich nichts vormachen. Nichts vorspielen. Dem kann ich sagen, was gerade Sache ist. Der ist auch dann da, wenn es mir mal richtig dreckig geht. Eben ein guter Freund.

Was „Casablanca“ mit Pfingsten zu tun hat. Ich finde, eine ganze Menge. Ich glaube: Pfingsten ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Einer Freundschaft zwischen Jesus und mir! Pfingsten – da hat Jesus uns seinen Geist geschenkt. Durch den ist er da in meinem Leben! Und in deinem Leben!

Wie ein guter Freund! Einer, der mit mir durch dick und dünn geht. Auf den ich mich verlassen kann. Jeden Tag! In jeder Situation!
Auch oder gerade in diesen Tagen! Wo ich unsicher bin. Wo ich Fragen habe. Da ist er da – durch seinen Geist. Ganz nah. Wie ein guter Freund.

Ja, ich glaube, das ist Pfingsten. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Einer Freundschaft für immer.
Euch allen ein gesegnetes Pfingstfest.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der wie ein guter Freund an unserer Seite ist und bleibt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 27. Mai ---

Wenn das Leben Wellen schlägt…

Sommerurlaub 2018. Natürlich auf Sardinien. Wie jedes Jahr.
Zu entdecken gibt es da immer noch etwas. Auch nach so vielen Jahren noch. In diesem Jahr San Pietro – eine kleine Insel vor Sardinien. Zu erreichen nur mit einer kleinen Fähre.

Die Hinfahrt am Morgen ist ein Erlebnis. Sonne, ein tiefblaues Meer – alles wie gemalt. An Deck sitzen, sich den Wind um die Nase wehen lassen – so geht Urlaub.

Auf San Pietro - ein wunderschöner Tag. Viel Sonne, viel Landschaft, viele neue Eindrücke. Der eine oder andere Espresso in einer Bar. Ein leckeres Eis. Zum Schluss noch ein kühles Ichnusa-Bier im Hafen. Wir sehen der Sonne zu, die langsam untergeht. Dolce vita! Was will man mehr?!

Langsam wird es Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Mit dem Auto geht es auf die Fähre. Die Sonne ist fast untergegangen. Es wird kühler. Und windiger.

Auch die Rückfahrt wird zu einem Erlebnis. Aber ganz anders als erwartet. Wir stehen an Deck, als die Fähre langsam aus dem Hafen fährt. Die letzten Strahlen der Sonne. Ein letzter Blick auf San Pietro. Im Hafen findet ein Konzert statt. Wir hören die letzten Klänge. Richtig romantisch.

Aber mit der Romantik ist es schnell vorbei. Schlagartig. Kaum aus dem Hafen geht es los. Der Wind fegt über das Meer. Die Meerenge zwischen Sardinien und San Pietro ist aufgewühlt. Die Wellen gehen hoch. Ziemlich hoch finde ich.

An Deck wird es zunehmend ungemütlich. Wir müssen uns festhalten. Uns gegen den Wind stemmen. Ich schlage vor, besser rein zugehen. Unter Deck wird es abenteuerlich.  Bei jedem Schritt müssen wir uns festhalten. Stühle und Tische rutschen quer durch den Saal. Bei jeder Welle in eine andere Ecke. Wie in einem schlechten Katastrophenfilm, denke ich.

Vor den Fenstern geht der Horizont zwischen Meer und Himmel rauf und runter. Auch nicht wirklich beruhigend. Nach einer Stunde ist die Überfahrt vorbei. Wir erreichen den Hafen. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Aber irgendwie schwankt immer noch alles.

Ein bisschen wie in den letzten Wochen, finde ich. So fühlt sich das jedenfalls an. Irgendwie hilflos der Situation ausgeliefert. Und keiner kann sagen, wann es vorüber ist! Ob die Lockerungen so richtig sind!

Die Bibel erzählt: Genau  das haben die Freunde von Jesus auch erlebt. Mitten auf dem See Genezareth. Wind und Wellen, die ihr Boot fast zum kentern bringen. Fast!
Denn sie sind nicht allein im Boot. Jesus ist mit im Boot. Er schläft. Sie müssen ihn wecken. Aber er ist es, der den Sturm am Ende zum Schweigen bringt.

Jesus ist mit ihm Boot. Auch in diesen Tagen und Wochen. Vielleicht kommt es uns so vor, dass er schläft. Wir merken so wenig von ihm. Aber er ist da. Mit im Boot. Mitten in den Fragen, die wir haben. In unserer Unsicherheit, wie es weiter geht. Er ist da.

Ich finde, daran kann ich mich festhalten. Das hilft mir durchzuhalten. Irgendwann erreichen wir auch wieder ruhigeres Fahrwasser. Da bin ich sicher.

Bleibt behütet von unserem Herrn, dessen Nähe uns festen Halt gibt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 24. Mai ---

Wenn das Leben auf Störung steht…

Es ist passiert. Vor ein paar Wochen. Der Super-Gau. Zumindest für mich. Die Kaffee-Maschine hat ihren Dienst verweigert. Einfach so.

Der erste Griff wie jeden Morgen nach dem Aufstehen: Die Kaffee-Tasse aus dem Schrank holen – unter die Kaffeemaschine stellen. Und los geht’s! Der erste Kaffee am Morgen. Den braucht mein Körper, um wach zu werden. Den braucht meine Seele, damit es ein guter Start in den Tag wird.

Aber genau der war gefährdet. Beim Druck auf den Knopf ertönt nicht das beruhigende Geräusch von Bohnen, die gerade gemahlen werden. Stattdessen Stille.
Dafür leuchtet ein rotes Lämpchen. Nicht das, das mir sagt: Wasser nachfüllen. Oder Behälter für das verbrauchte Kaffee-Pulver ist voll. Nein, dieses Lämpchen war noch nie an. Jetzt leuchtet es boshaft rot.

Keine Ahnung wofür das ist. Die Bedienungsanleitung wäre jetzt hilfreich. Aber mit Bedienungsanleitung kann ja jeder. Der richtige Mann braucht die nicht. der probiert einfach aus. Das mache ich auch.
Der Schalter steckt drin. Das ist es schon mal nicht. Strom ist auch da. Die Lampe in der Küche leuchtet. Ich schalte die Maschine aus und wieder ein. Bei meinem Computer hilft das manchmal. Bei der Kaffee-Maschine nicht. Das Licht leuchtet immer noch rot.
Ich baue die Brüh-Einheit aus und wieder ein. Man kann es ja mal versuchen. Bringt aber auch nichts.

Nach ein paar vergeblichen Versuchen gebe ich auf und suche die Bedienungsanleitung. Unter „Störungen beheben“ werde ich schnell fündig. 
Das rote Licht will mir sagen: Die Kaffee-Maschine muss entkalkt werden. Siehe „Anleitung Entkalken Seite 14“! Alles ganz einfach. Nach 5 Minuten ist das rote Läppchen aus. Der Kaffee läuft. Der Tag ist gerettet.
Es hätte so einfach sein können. Ein Blick in die Bedienungsanleitung – kein Problem!

Ok,  diese Gebrauchsanweisungen sind oft ziemlich dick und lang. Und nicht immer so leicht zu verstehen. Kann sein, dass sie deshalb viele erst gar nicht lesen.
Wie im richtigen Leben! Für unser Leben gibt es auch eine Gebrauchsanweisung vom Hersteller – oder besser: vom Schöpfer. Gott hat uns auch für unser Leben auch eine Gebrauchsanweisung gegeben: Die Bibel – sein Wort.

Da steht drin, wie Gott sich das gedacht hat mit unserem Leben, wie unser Leben funktioniert, wie es gelingt. Leider lesen viele Menschen auch diese Gebrauchsanweisung nicht. Vielleicht auch weil sie zu dick und zu lang ist.
Sie probieren einfach aus. Aber irgendwie klappt das nicht – nicht wirklich. Wie bei meiner Kaffee-Maschine.

Deshalb hat Gott uns auch Kurzfassungen für diese Gebrauchsanweisung gegeben. Eine steht im Buch des Propheten Micha: Der Herr hat dich wissen lassen, Mensch, was gut ist und was er von dir erwartet: Halte dich an das Recht, sei liebevoll zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!

Kürzer geht es echt nicht als Gebrauchsanweisung. Gut zu wissen! Und hilfreich besonders in diesen Tagen – finde ich.  Wo das Leben auf Störung steht.
Sich auf Gottes Nähe verlassen! Und aus Liebe zum Mitmenschen Abstand halten und Maske tragen! Das war’s schon!

Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns sagt, was gut für uns ist

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 20. Mai ---

Ich glaub, ich bin im falschen Film…

Ab und zu gehe ich ins Kino. Zusammen mit meiner Frau. Den Film suche ich aus. Meine Frau lässt sich überraschen. Nur, ganz so einfach ist das nicht. Einen Film zu finden, den wir beide mögen, das ist eine echte Herausforderung. Da ist die Schnittmenge bei uns nicht wirklich groß. Einig sind wir uns nur darüber: Horror-Film geht gar nicht.

Geklappt hat das eigentlich immer ganz gut. Wirklich schief gegangen ist das nur einmal. Dafür dann aber gründlich.  

 „Gone girl“ - den Film hatte ich ausgesucht. Mal was Spannendes, aber ohne Ballerei. Also auch was für meine Frau. Wir wollen vorher noch essen gehen. Also besorge ich vorab schon mal die Karten. Kino 8 um 8 Uhr. Kann man sich leicht merken.

Pünktlich sind wir wieder im Kino. Alles wie immer. Es kommt Werbung. Dann der Eismann.
Es wird wieder dunkel. Auf der Leinwand ein paar Trailer von Filmen, die demnächst ins Kino kommen. Wir lehnen uns zurück. Knabbern unser Popcorn.

Der nächste Trailer, die nächste Vorschau. Für einen Horror-Film „Darcula untold“ – quasi die Vorgeschichte zu Dracula. Meine Frau beugt sich zu mir rüber: „In den musst du mit mir nicht gehen!“
Komisch, denke ich noch, der Trailer dauert aber lange. Ungewöhnlich lange. Langsam dämmert es mir. Das ist keine Vorschau. Das ist der Film. Das ist der Dracula-Film. Wir sitzen im falschen Kino. Ich flüstere: „Wir sind im falschen Film! Sollen wir gehen?“ Antwort: „Da müssen wir jetzt durch!“
Im falschen Film! So komme ich mir im Moment auch manchmal vor. Wie im falschen Film. In einem ganz schlechten! Bei den Bildern und Berichten in den Nachrichten von Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen.

Von den Verschwörungstheorien mal ganz abgesehen. Die sind ja noch echt lustig. Bill Gates ist für Covid-19 verantwortlich?! Um so die Weltherrschaft an sich zu reißen!? Klingt nach einer spannenden Idee für ein Buch.

Unglaublich finde ich die, die lautstark protestieren: Die Maßnahmen gegen das Virus sind alle überzogen. So schlimm ist das gar nicht. So wenig Tote in Deutschland – da sieht man‘s doch. Alles übertrieben!

Und ich frage mich: Leute, habt ihr die Bilder schon vergessen? Militärtransporter in Italien, die hunderte von Särgen abtransportieren?  Menschen die in Frankreich auf den Fluren in den Krankenhäusern liegen?  Ärzte, die entscheiden müssen, wer beatmet wird und wer nicht – die Beatmungsgeräte reichen nicht für alle? Habt ihr das alles vergessen?!

Ich bin dankbar! Dankbar, dass uns in Deutschland Ähnliches erspart geblieben ist. Genau wegen dieser Maßnahmen, gegen die jetzt demonstriert wird.

Mir fällt der Bibelvers wieder ein, der zu Beginn der Krise Tageslosung war: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern  der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!“

Genau das brauchen wir jetzt: Besonnenheit. Menschen, die nachdenken, die Informationen abwägen. Die Masken tragen, die Abstand halten – aus Liebe. Die verzichten – auch auf ein Stück ihrer Freiheit – aus Liebe!  Für andere! Zum Schutz der Gesundheit und des Lebens!

Damit dieser schlechte Film doch irgendwann noch ein Happy-End hat.

Bleibt behütet von unserem Herrn, dessen Geist uns besonnen und mit Liebe handeln lässt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

 

--- 17. Mai ---

Stell dir vor, es ist Derby und keiner darf hin…

Ich habe kein Fieber. Eigentlich ja eine gute Nachricht. Beruhigend gerade in diesen Tagen.
Und doch fühlt es sich irgendwie falsch an. Gerade heute. Der Ball rollt wieder. Die Fußball-Bundesliga startet wieder. Nach 10 Wochen Pause. Es geht wieder los.

Und gleich mit einem Knaller. Mit der Mutter aller Derbys. Borussia Dortmund gegen die Blauen. Festtag im Pott. Selbst für die paar Fußballmuffel, die es da gibt.
Derby ist eben anders. Kein Spiel wie alle anderen. Es entscheidet über eine ganze Saison. Ob du Meister wirst, egal. Hauptsache, du hast das Derby gewonnen. Als Borusse kannst du gegen die Bayern verlieren, aber nicht gegen die Blauen. Das gilt umgekehrt natürlich genauso.

Tage vorher schon steigt die Vorfreude. Die Spannung. Die Aufstellung wird diskutiert. Wer ist fit? Wer fällt aus? Beide Seiten sind sich nur in einem einig: Diesmal sind wir dran! Diesmal gewinnen wir! Derby-Fieber eben!

Spiele, die man nicht vergisst. Egal, wie sie ausgehen. Mein erstes Derby – da war ich 10. Verloren! 0:3! Zu Hause - schlimmer geht es gar nicht. Heulend bin ich aus dem Stadion raus. 
1995. Mit dem Fan-Club „Blaue-Wolke-Siegerland“ zusammen fahre ich im Bus zum Derby. Auswärtsspiel damals noch im Parkstadion. Als einziger mit Dortmund-Trikot in einem weiß-blauen Bus. Vergnügungssteuerpflichtig war die Fahrt nicht. Das Spiel übrigens auch nicht. 0:0 geht es aus. Ein Unentschieden der schlechteren Sorte.

November 2017. Ich bin auf der Kreisvertretung des CVJM. Ausgerechnet am Derby-Tag. In der Kaffee-Pause gucke ich aufs Handy. Wir führen 4:0 zu Pause. Was soll da noch schief gehen? Heute schießen wir die Blauen aus dem Stadion. Eine Stunde später bin ich zu Hause. Da schießt Naldo gerade in der 5. Minute der Nachspielzeit das 4:4. Ausgleich. Unfassbar!

Und 2020?! Es ist Samstagnachmittag. Derby-Tag. Noch 1 Stunde bis zum Anpfiff. Ich sitze auf der Terrasse. Ganz entspannt. Das Spiel wird übertragen - live im Fernsehen. Und ich überlege, noch eine Runde Fahrrad zu fahren. Oder vielleicht Blumen zu pflanzen.
Derby-Stimmung!? Vorfreude?! Langsam steigende Spannung?! Fehlanzeige. Ich merke nichts davon. Irgendwas fehlt. Irgendwas ist anders. Nicht nur bei mir! Anderen geht es genauso. Komisch, finde ich!

Oder vielleicht auch nicht! Kann sein, diese letzten Tage und Wochen bringen uns dazu, Prioritäten in unserem Leben noch einmal neu zu ordnen. Neu zu setzen. Bewusst oder unbewusst! Was ist wirklich wichtig? Fußball scheinbar nicht. jedenfalls nicht ganz so wichtig.

Prioritäten im Leben klar kriegen - Gott hat uns dafür in der Bibel etwas mit an die Hand gegeben. Etwas, was dabei helfen kann. 
„Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ (Das gilt auch für den vielbeschworenen Fußballgott!)
Das rückt – finde ich - vieles gerade. Sagt mir, woraus es wirklich ankommt. Setzt die Prioritäten noch mal neu. Nicht nur, wenn es um Fußball geht.

Und das Derby? Klar – wenn wir nachher gewinnen, werde ich mich freuen! Es ist schließlich Derby. Auch ohne Fieber.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns sagt, was wirklich zählt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 13. Mai ---

Mit Maske unterwegs…

Ich gebe es ja zu. Früher habe ich gelächelt bei den Bildern aus China. Aus Peking. Menschen mit Masken in den Straßen. Mit Masken in ihrem Alltag. Schon komisch. Aber China eben. Ist ja auch weit weg. Aber Masken auch bei uns? Irgendwie auch weit weg der Gedanke. Bis jetzt.

Jetzt tragen wir sie auch. Alle. Auch ich. Beim Einkaufen. Beim Arzt. Demnächst auch im Gottesdienst. Gekaufte Masken, selbstgenähte – egal. Wir tragen Masken. Um andere zu schützen. Um uns selbst zu schützen.

Auch wenn das mit der Maske nicht immer so einfach ist. Gerade für uns Brillenträger. Da beschlägt mit Maske die Brille. Ein paar Mal ausgeatmet und schon fehlt der Durchblick. Ärgerlich! Aber was soll’s!
Beim Autofahren muss ich die ja nicht tragen. Darf ich die nicht tragen. Damit man mich auf den Blitzerfotos auch erkennt.

Letzten Montag war ich einkaufen. Natürlich mit Maske. Irgendwie komme ich mir schon komisch vor. Aber alle im Laden tragen eine Maske. Also falle ich gar nicht auf. Das macht es für mich leichter.

Bis ich an der Fleischtheke stehe. Da wird es etwas kompliziert. Die Verkäuferin und ich haben ein leichtes Kommunikationsproblem. Sie versteht mich nicht. Und ich sie auch nicht. Muss wohl an der Maske liegen.
Also bestelle ich noch mal. Ein Pfund Rinderhack. Diesmal lauter und deutlicher! Und siehe da. Es klappt. Sie versteht mich. Ich bekomme mein Fleisch. Sie wünscht mir noch einen schönen Tag. Zumindest hört es sich für mich durch die Maske so an.

An der Kasse klappt alles! Ich habe ja gelernt. Laut und deutlich muss ich sprechen hinter der Maske. Ich bezahle, lächle die Kassiererin freundlich an und wünsche ihr einen guten Tag.
Beim Einpacken der Einkäufe denke ich: Das hat sie gar nicht gesehen. Dass ich sie freundlich angelächelt habe. Hinter der Maske. Da sieht das keiner.

Irgendwie nicht so einfach mit der Kommunikation mit Maske. Ok, lauter und deutlicher sprechen hilft schon. Aber vieles geht doch auch verloren. Was Kommunikation leichter macht. Ob der andere lächelt oder den Mund verzieht. Hinter der Maske kann ich das nicht sehen.

Und ich denke: Eigentlich ist das doch nicht erst seit Corona so. Jetzt tragen wir sie sichtbar. Aber mit Maske sind wir doch schon immer unterwegs. Mit unsichtbaren Masken. Hinter denen wir uns verbergen. Das, was wir wirklich denken. Das, was wir wirklich fühlen. Wie es mir wirklich geht. Nach außen hin immer perfekt. 

Den Mund-Nasen-Schutz, den nehme ich wieder ab. Sobald ich aus dem Geschäft raus bin. Und spätestens nach Corona.
Bei den anderen Masken, bei denen, mit denen wir tagtäglich unterwegs sind, da würde ich mir das auch wünschen. Dass wir sie ablegen. Einander offen, ehrlich und mit Vertrauen begegnen.

Unmöglich?! Ich glaube nicht! Wir haben einen Gott, der hinter unsere Masken schaut. Der uns kennt – durch und durch. Und der uns trotzdem liebt. Dem kann und dem muss ich nichts vormachen.

Es geht also auch ohne Maske. Nur bitte nicht ohne Mund-Nasen-Schutz – solange es nötig ist.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns ganz genau kennt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 10. Mai ---

Nicht mehr alle Tassen im Schrank…

Mancher hat es vielleicht vermutet. Seit heute ist es eine Tatsache. Ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Wie vieles hat auch das eine Vorgeschichte. Vor ein paar Tagen beim Frühstück. Ich trinke einen Schluck Kaffee, setze die Tasse ab und sehe: Die Tasse hat einen Sprung. Von oben bis unten.
Macht nichts, denke ich noch. Die kann man auch weiter benutzen. Tropft ja nichts raus. Meine Frau denkt anders darüber. Das stelle ich kurz darauf fest.

Wir räumen den Frühstückstisch ab. Ich räume Marmelade, Käse und Margarine in den Kühlschrank – meine Frau das dreckige Geschirr in die Spülmaschine. Aber nicht alles. Die Tasse mit dem Sprung, die landet im Abfalleimer unter der Spüle. Mit Schwung. Da ist meine Frau konsequent.

Ich weniger. Ich schaue sie vorwurfsvoll an. „Die kann man doch noch nehmen!“ Mit diesen Worten rette ich die  angeschlagene Tasse aus dem Mülleimer, sortiere sie in die Spülmaschine. Meine Frau schüttelt den Kopf. Aber von mir bekommt die Tasse noch eine Chance.

Und ich denke noch: Eine gute Idee für eine Andacht. Wir sehen oft nur die Macken, die Sprünge, die andere haben. Gott macht das nicht. der sortiert nicht aus. Da habe ich auch mit meinen Macken, mit meinen Sprüngen eine Chance.

Aus der Andacht wird leider nichts. Ein paar Tage später beim Frühstück. Ich trinke wie immer Kaffee. Konsequenterweise aus der Tasse, die ich gerettet habe. 
Auf dem Tisch bildet sich rund um die Tasse eine Pfütze. Mein Kaffee läuft aus. Dankenswerterweise kommt jetzt kein Spruch: Ich hab’s dir ja gesagt! Obwohl es ja stimmt.

Ich trinke die Tasse leer, gehe wortlos zum Mülleimer. Und entsorge sie.
Seitdem habe ich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Aber ich denke: Auch daraus lässt sich eine Andacht machen. Auch aus der kaputten Tasse.

Halte ich nicht an vielem fest? Nicht nur an Tassen! An Gewohnheiten! An Dingen, die irgendwie immer so selbstverständlich da waren. Bis vor ein paar Wochen. Und auf einmal eben nicht mehr. Und wenn ich ehrlich bin: Da ist auch manches, das vermisse ich überhaupt nicht.

Seit sieben Wochen abends keine Sitzung. Unvorstellbar! Aber es geht! Es geht auch ohne! Geregelt wird alles trotzdem.
Das geht bei anderen Dinge bestimmt auch. Einfach mal ausprobieren! Nach Corona wird vieles anders. Wird unser Alltag ein anderer sein. Das sagen viele. Ich bin gespannt! Gespannt wie das sein wird! Anders! Aber wie?

Eins aber nehme ich mir fest vor: Ich will aussortieren. Nicht nur alte Tassen! Auch alte Gewohnheiten! „Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche!“ hat Jesus mal gesagt. Für heißen Kaffee in gesprungene Tassen gilt das sicher auch.

Vielleicht ist ja jetzt die Zeit! Die Zeit, Platz zu schaffen! Für Neues. Die Krise als Chance zu begreifen. Nicht weiterzumachen wie immer. Wie vorher. Sondern Neues zu wagen. Auch wenn mancher denkt: Der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der einmal alles neu macht

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

 

--- 06. Mai ---

Kleine Ursache – große Wirkung!

Lange habe ich gewartet. Erst mussten noch die Löcher zugemacht werden, die die Wildschweine hinterlassen hatten. Dann passte das Wetter nicht. Viel zu nass.

Jetzt war es soweit. Langsam wurde es Zeit. Der Rasen musste gemäht werden. Also den Rasenmäher aus der Garage geholt. Benzin aufgefüllt. Öl kontrolliert. Es kann losgehen.

Ich ziehe kräftig. Einmal. Zweimal. Nichts tut sich. Der Motor macht keine Anstalten anzuspringen. Ok, der Mäher hat den ganzen Winter über gestanden. Also noch einmal ziehen. Wieder nichts. Letztes Mal im Herbst ist der noch angesprungen. Problemlos.

Ich kontrolliere den Benzinhahn. Aber der ist offen. Ich ziehe am Gaszug. Der klemmt nicht. Alles in Ordnung. Gut, der Mäher hat auch schon über 20 Jahre auf dem Buckel.  Also gebe ich ihm noch eine Chance. Ich ziehe noch einmal. Wieder nichts. Der Motor will nicht. Ich merke: So hat das keinen Sinn. Da kann ich lange ziehen. Irgendwas ist nicht in Ordnung.

Nur was? Meine technischen Fähigkeiten sind da eher begrenzt. Eine Möglichkeit bleibt noch. Ich hole Werkzeug aus dem Keller. Baue die Zündkerze aus.
Sieht so aus als wäre das  das Problem. Die Zündkerze ist schwarz am Ende. Voller Ruß. Noch vom letzten Jahr. Da kann kein Funke mehr überspringen. Da kann der Motor gar nicht anspringen.
Mit der Drahtbürste reinige ich die Zündkerze. Eine Sache von einer Minute. Ich schraube die Zündkerze wieder rein. 
Ziehe einmal kräftig am Seilzug. Der Motor zündet mit einer dunklen Qualmwolke. Er stottert kurz. Dann läuft er rund. So als wäre nichts gewesen.

Viel war ja auch wirklich nicht. Nur ein bisschen Ruß auf der Zündkerze. Aber das hat schon gereicht. Ein bisschen Ruß und der Funke springt nicht über. Der Motor springt nicht an.   

Kleine Ursache – große Wirkung!  Manchmal sind es kleine Dinge. Dinge, die zwischen mir und einem anderen stehen.
Da hat mich jemand verletzt, was Schlechtes über mich gesagt. Oder etwas getan, was mich enttäuscht hat. Das hätte ich von demjenigen nicht gedacht. Dass der so ist. Dass die mich so behandelt. Vielleicht nur Kleinigkeiten! Ein unbedachtes Wort! Eine unbewusste Geste!

Kleine Ursache – große Wirkung! In der Bibel lese ich: „Vergebt einer dem anderen, wie auch Gott euch  vergeben hat!“ D.h. Gott hat den Ruß entfernt. Schon längst. Zwischen ihm und mir läuft es wieder – wie der Motor vom Rasenmäher.

Jetzt bin ich dran. Den Ruß zu entfernen. Dinge aus der Welt zu schaffen. Die zwischen mir und anderen stehen. Nicht mit der Drahtbürste. Mit einem klärenden Wort. Mit einer netten Geste.

Beim Rasenmäher hat es geklappt. Warum nicht auch mit meinen Mitmenschen?! Der Versuch lohnt sich auf jeden Fall.   

Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns jeden Tag seine Liebe schenkt 

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 03. Mai ---

Wenn’s mal wieder länger dauert…

Gewachsen sind sie! Die Tagetes auf meiner Fensterbank. Ausgesät habe ich sie vor fünf Wochen. Als das alles losging. Mit Kontaktbeschränkungen. Mit den Einschränkungen unseres Alltags.
Fünf Wochen ist das schon her. Manchmal kann ich das selbst echt nicht glauben.
Gewachsen sind sie – die kleinen Pflänzchen. Zeit, sie zu vereinzeln. Sie in kleine Blumentöpfe zu pflanzen. Davon habe ich – dank eurer Hilfe – ja mehr als genug
Und jetzt stehen sie da. Auf der Fensterbank. Auf unserem Esstisch. Da wachsen sie hoffentlich weiter. Werden größer. Und irgendwann demnächst pflanze ich sie raus. In die Beete rund ums Haus. In die Kästen auf unserer Terrasse. 
Aber damit warte ich noch. Auch wenn es in den Fingern juckt. Endlich im Garten loszulegen. Endlich zu pflanzen. Alles schön zu machen.
Aber als Hobbygärtner weiß ich: Ich muss noch warten. Auf jeden Fall bis Mitte Mai. Bis die Eisheiligen vorüber sind. Das habe ich von meiner Oma gelernt. Die Eisheiligen sind die einzigen Heiligen, die ich als evangelischer Christ beachte. Nicht in meinem Glauben, aber beim Pflanzen. Weil da immer noch Nachtfrost möglich ist bis zu den Eisheiligen. Und dann wäre alle Mühe umsonst. Das Vorziehen. Das Vereinzeln. Alles umsonst. 
Also abwarten. Geduldig bleiben.
Irgendwie ist das im Moment auch das Gebot der Stunde. Die ersten Lockerungen sind da.  Erste Schritte zu ein bisschen mehr Normalität in unserem Alltag. Auch zum Alltag in unserer Gemeinde. Gottesdienste werden auch bei uns demnächst wieder möglich – natürlich mit Abstand und Maske. Erste Schritte nur. 
Abwarten. Geduldig bleiben. Es fällt schwer. Das merke ich an mir selber auch. 
Einfach, weil wir verlernt haben, geduldig zu sein. Warum auch warten? Heutzutage kriege ich so gut wie alles, was ich will. Sofort und gleich. Im Supermarkt gibt es alles – jederzeit. Keiner muss warten, bis die Erdbeeren im Garten endlich reif sind. 
Die nächste Folge unserer Lieblingsserie – früher haben wir darauf eine Woche gewartet. Klingt heute unglaublich. Da kann ich ganze Staffeln am Stück sehen. Da reicht ein Mausklick.
Eine Karte aus dem Urlaub – die brauchte früher eine Woche – mindestens. Ein Bild per WhatsApp heute – da können andere meinen Urlaub live miterleben.
Geduldig zu sein – wir haben es verlernt. Auf einmal müssen wir es wieder. Und tun uns schwer damit.
Ich muss  an die Tagetes denken. Die werden im Sommer blühen. Dazu muss ich jetzt geduldig bleiben. Jetzt noch abwarten mit dem Rauspflanzen.
Der Weg für mich, auch mit den Lockerungen umzugehen. Abzuwarten. Geduldig zu bleiben. Damit nicht alles bisher umsonst war. Damit irgendwann  - vielleicht im Sommer, vielleicht später – das Leben wieder blüht.
Im Buch des Predigers in der Bibel heißt es: „Alles hat seine Zeit!“ Jetzt ist die Zeit, geduldig zu sein!
 
Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns auch die Kraft zur Geduld gibt
Ihr/ Euer Michael Goldau

PS: An diejenigen, die mich mit Blumentöpfen versorgt haben – ihr müsst auch noch etwas geduldig sein. Aber ihr dürft euch jetzt schon auf eure Blume freuen 

 

--- 29. April ---

Wiedersehen mit einem alten Bekannten…

Gestern habe ich einen alten Bekannten wiedergetroffen. Ganz unerwartet eigentlich. Gerechnet habe ich damit nicht.

Einige nutzen diese Zeit ja, um zu Hause mal aufzuräumen. Was man immer schon machen wollte. Einfach mal den Schrank, den Keller ausmisten. Dinge entsorgen. Loswerden, was man nicht mehr braucht. Was eh nur Platz wegnimmt. Einfach mal Ordnung schaffen. Da, wo es nötig ist. Jetzt hat man ja Zeit dazu – mehr als genug.

Genau das habe ich auch gemacht. Meinen Schreibtisch aufgeräumt. Da herrscht in der Regel – um es mal wohlwollend zu umschreiben - kreatives Chaos. Also höchste Zeit, mal wieder für Ordnung zu sorgen.

Und da war er auf einmal. Mein alter Bekannter. Wenn ich ehrlich bin. Vermisst habe ich ihn in den letzten Wochen eigentlich nicht. Er hat mir nicht gefehlt. 
In den letzten Wochen ist der Kontakt irgendwie abgerissen. Auch eine Folge von Corona.

Aber da unter einem Stapel Bücher da war er. Mein Terminkalender. Sonst haben wir einen eher vertrauten Umgang. Einmal am Tag sehen wir uns immer – manchmal auch gleich mehrmals.

Da ist alles eingetragen, was ich nicht vergessen darf. Geburtstags-besuche, der Konfirmandenunterricht, das Frauenfrühstück in Eisern, der Frauenkreis in Rinsdorf, Trauungen, Taufen, Sitzungstermine – eben alles, was so anfällt.

Viele Termine! Viele schon seit letztem Jahr eingetragen. Das Zeltlager in Dreisbach. Die Jugendfreizeit in Spanien. Die Goldene Konfirmation. Der Sommerurlaub auf Sardinien. Manche Termine sind schon abgesagt. Bei anderen befürchte ich es.

Ich nehme den Terminkalender in die Hand. Und denke: All die Termine, die hast du eingetragen. Hast du dir dabei jemals Gedanken gemacht? Ob alles so aufgeht, wie du es planst?

Klar, wir müssen planen – oft auch weit im Voraus. Aber wie selbstverständlich machen wir das? So, als hätten wir das alles in der Hand. Als würden wir darüber entscheiden, was stattfindet und was nicht.

„Meine Zeit steht in deinen Händen!“ Der Beter des 31. Psalms, der hat das schon für sich festgehalten. Unsere Zeit, die wir so locker verplanen – die steht in Gottes Hand. Was aus unseren Plänen, aus unseren Terminen wird - nicht wir haben das in der Hand. Gott hat es in der Hand! In seiner Hand steht meine Zeit. Alle Zeit. Jeder Tag. Und alles, was an diesem Tag in meinem Kalender eingetragen ist.

Ich bin froh, meinen alten Bekannten wiedergetroffen zu haben. Ich lege ihn zurück auf meinen – jetzt aufgeräumten – Schreibtisch. Aber vorher schreibe ich noch etwas hinein. Ganz vorne. Auf die erste Seite.
„Meine Zeit steht in deinen Händen!“ Daran will ich denken! Immer dann, wenn ich einen neuen Termin eintrage.

Bleibt behütet von unserem Herrn, in dessen Hand auch diese schwierige Zeit steht.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 26. April ---

Genau mein Tag…

Sonntagmorgen. Es ist noch früh. Ich sitze auf der Terrasse. Freue mich auf die erste Tasse Kaffee. Rieche das Kaffee-Aroma. Ich schließe die Augen. Spüre die Wärme der ersten Sonnenstrahlen. So kann der Tag anfangen. So kann es mein Tag werden. Noch sind die Fragen, die mich im Moment beschäftigen, wie weg. Für einen Augenblick sind sie mal nicht so wichtig.

Ich genieße die Ruhe. Kaum ein Auto fährt vorbei. Auch die Autobahn ist kaum zu hören. Aber ganz ruhig ist es nicht. Ich lausche auf das Zwitschern und Singen der Vögel.

Und denke so: So ein Vogel hat es doch gut. Der weiß nichts von den Sorgen, die mich beschäftigen. Der hat die Fragen nicht, mit denen ich mich gerade herumschlage.

Ab nächster Woche sollen wieder Gottesdienste möglich sein. Mit Auflagen! Versteht sich. Mit Abstand. Mit Sicherheitskonzepten. Wie die aussehen? Keine Ahnung. Das weiß noch keiner. Kriegen wir erst im Lauf der Woche.

Ich bin unsicher. Ich frage mich: Ist das vielleicht zu früh? Gefährden wir damit möglicherweise nicht die Gesundheit und das Leben derjenigen, die in die Kirche kommen. Schließlich gehören die meisten ja zur Risikogruppe. Und wenn die Kirchen wieder auf sind – wenn Gottesdienste wieder möglich sind – entsteht da nicht das Gefühl, es ist alles wieder normal. Zumindest ein Stück. Aber ist es das wirklich?! Normal?! Sind wir davon nicht noch weit entfernt. Vermitteln wir mit offenen Kirchen nicht ein falsches Gefühl der Sicherheit?

So vieles geht mir durch den Kopf. Dazu singen die Vögel. Loben mit ihren Stimmen Gott, ihren Schöpfer. Loben den, der jeden Tag für sie sorgt.

Und auf einmal ist da neben all den Fragen in meinem Kopf noch ein anderer Gedanke. Hat nicht Jesus gesagt: Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? …Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.

Und ich denke: Die Vögel – die machen doch alles richtig. Die machen sich keinen Kopf. Die loben Gott und er sorgt für sie. Ganz einfach.

So einfach kann das sein. Das kann ich doch auch?! Gott loben und darauf vertrauen, dass er für mich sorgt – an diesem Tag. Und morgen auch. Weil ich sein Kind bin. Und weil er mich liebt. Mehr als ich es je begreifen werde.

Ich trinke den letzten Schluck Kaffee. Ich stehe auf. Klar, die Sorgen, die Fragen, die sind nicht einfach weg. Die haben die Vögel nicht weggezwitschert. Aber ich nehme meine Tasse und gehe hinein in diesen Tag.

Und ich weiß: Das ist genau mein Tag. In diesem Tag wartet Gott schon auf mich. In der Zukunft, der ich entgegen sehe mit gemischten Gefühlen, da wartet er schon auf mich.

Das macht Mut! Mut die Dinge anzupacken, die da auf mich warten.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der in jedem Tag schon auf uns wartet

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 22. April ---

Mit dem richtigen Rezept durch die Krise…

Ich koche total gern. Mich entspannt das. Da kann ich abschalten. Gemüse putzen und klein schneiden, Kartoffeln schälen, Zwiebeln und Knoblauch hacken. In aller Ruhe.

Und sich dann freuen, wenn alles gelingt. Wenn aus den vielen ganz unterschiedlichen Zutaten ein leckeres Essen entsteht. Eins, das allen schmeckt.

Ich koche total gern. Ich würde das viel öfter machen. Nur fehlt mir dazu meistens die Zeit. Im Urlaub da klappt das.  Meine Frau darf sich da 14 Tage lang an den gedeckten Tisch setzen. Ich genieße das Kochen und sie (hoffentlich) das Essen.
Zeit - die habe ich jetzt. Und ich habe mir gedacht: Die nutze ich sinnvoll. Am Kochtopf und an der Pfanne. 
Einfach noch mal das gekocht, worauf ich schon lange mal wieder so richtig Appetit hatte: selbstgemacht Kässpätzle.   Oder einfach mal ein neues Rezept ausprobiert. So eins, wo Schritt für Schritt alles genau erklärt wird. Damit das auch auf jeden Fall gelingt. Und wenn irgendeine Zutat gerade nicht da war – einfach mal kreativ das Rezept umgewandelt.

Rezepte fürs Kochen – die gibt es wie Sand am Meer. In Kochbüchern. Im Internet. Für jeden Geschmack.
Aber eins haben alle diese Rezepte gemeinsam – egal ob asiatisch, italienisch oder typisch deutsche Hausmannskost.

Keins der Rezepte macht satt. Vom Anschauen der Bilder, vom Lesen des Rezeptes werde ich nicht satt. Im Gegenteil! Je nach Rezept bekomme ich da noch mehr Hunger. Da läuft mir dann das Wasser im Mund zusammen. Nur satt werde ich so nicht. 
Ich muss das Rezept nachkochen. Es auch zubereiten. Nur so werde ich auch satt.

Nach Rezepten für die Krise suchen im Moment auch Politiker und Wissenschaftler. Aber da hat man gerade eher den Eindruck: Viele Köche verderben den Brei.

Deshalb mein zusätzlicher Rezeptvorschlag: Mehr Vertrauen! Mehr Vertrauen auf Gott! Auf das, was Gott uns in der Bibel, in seinem Wort sagt.

„Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!“ Oder: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

Und da ist es dann wie beim Kochen. Ich muss das Rezept umsetzen. Es nachkochen. Diesen Worten Vertrauen schenken.
Gott Vertrauen schenken. Dass er zu seinem Wort steht. Dass er mich nicht fallen lässt. Dass er mich begleitet auch durch diese schwierigen Zeiten. Dass er mich da hält, dass ich nicht allein bin. Dass er mir nahe ist, wo jetzt Abstand das Gebot der Stunde ist.
Und dass er es ist, der auch das in seinen Händen hält, was  da gerade für uns alle so unsicher ist.

Ein gutes Rezept – finde ich – gerade in diesen Tagen. Viel Spaß beim Nachkochen wünsche ich allen.  

Bleibt behütet von unserem Herrn, der zu dem steht, was er versprochen hat.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 19. April ---

Unterwegs mit der notwendigen Unterstützung...
 

Einfach mal raus! Bei dem schönen Wetter in den letzten Wochen! Das musste ich  einfach nutzen. Bevor einem die Decke zu Hause auf den Kopf fällt.  Weil man ja sonst nicht raus kommt. Nicht unter Leute kommt.

Also auf’s Fahrrad und los – eine kurze Tour durch die Natur. Mal eben über Wilnsdorf auf die Kalteiche. Oder kurz zum Druidenstein. Oder die Haincher Höhe rauf und von da zur Tiefenrother Höhe.

Seit gut einem Jahr alles kein Problem mehr. Ich fahre ja E-Bike. Klar, ich bin auch früher schon Fahrrad gefahren – mit einem ganz normalen Mountain-Bike. Aber mal ehrlich, das Siegerland und Fahrrad fahren – irgendwie ist das nicht ganz so einfach. Irgendwo muss man immer bergauffahren – so richtige lange flache Touren, die gibt es im Siegerland nicht wirklich. Immer wartet irgendwo ein Anstieg. Ganz ok für die, die gerne sportlich unterwegs sind, die sich auch gerne mal quälen. Aber so zum Genießen ist das so eher nicht.

Es sei denn, ich bin mit dem E-Bike unterwegs – ich bin mit der nötigen Unterstützung unterwegs. Dann macht Fahrrad fahren auch hier im Siegerland richtig Spaß. Steigungen – auf einmal kein Problem mehr. Nicht klatschnass geschwitzt. Oder so mit dem Gefühl, ich bräuchte jetzt einen Zwischenstopp im Sauerstoffzelt. Nein, ganz locker komme ich jetzt oben an.

Ich kann ja den Motor zuschalten. Immer dann, wenn es zu steil wird. Wenn die eigene Kraft nicht ausreicht. Einfach den Motor eine Stufe höher geschaltet. Und schon geht es wieder leichter. 
Die Steigungen sind immer noch da – die werden auch mit E-Bike nicht flacher. Die Entfernungen sind die gleichen – die werden nicht kürzer. Aber ich schaffe es – mit der richtigen Unterstützung.

Nicht nur beim Fahrrad fahren. Auch in meinem Leben! Da, wo es steil wird. Wo meine Kraft nicht ausreicht! Um oben anzukommen. Um ans Ziel zu kommen.

Die Situation im Moment – die ist so ein steiler Anstieg. Ein Stück haben wir geschafft. Aber so langsam gehen die eigenen Kräfte aus. Da wünschen sich viele wieder ein Stück Normalität. Dass es einfach wieder flacher wird. Und zwar nicht nur die Kurve der Corona-Neuinfizierungen. Nein, auch die eigene Lebenskurve.

Ein Stück des Anstiegs haben wir geschafft. Aber der Blick nach vorne ist im Moment nicht so ermutigend. Da geht es erstmal noch weiter bergauf. Ein Ende ist noch nicht wirklich in Sicht.

Gut, wenn ich dann mit Unterstützung unterwegs bin. Wenn ich mit Gott unterwegs bin. Mit Gott, der versprochen hat: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“

Mit seiner Unterstützung, mit seiner Hilfe und seiner Kraft komme ich auch durch diese schwierige Zeit. Komme ich irgendwann oben an. Da, wo es wieder flacher wird.
Gott nimmt mir diesen Weg nicht ab. Er macht die Steigung auch nicht flacher für mich. Aber er geht mit. Er ist auf diesem Weg bei mir. Von ihm kriege ich die Kraft, auch diese Steigung zu bewältigen. Ganz sicher.
Das wünsche ich mir und das wünsche ich euch. Dass wir in unserem Leben immer mit der richtigen Unterstützung unterwegs sind. Nicht nur, wenn wir Fahrrad fahren.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der uns stark macht

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 15. April ---

Wenn die Tasse Kaffee predigt…

Nur eine Tasse Kaffee. Aber für einen kurzen Moment kann das die Welt sein.

Am Ostersonntag – die erste Tasse Kaffee! Nach „7-Wochen-ohne!“ In Worten: SIEBEN! Sieben Wochen ohne Kaffee. Eine echte Herausforderung. Gerade für mich. 
Morgens nach dem Aufstehen ist das in der Küche der erste Griff: Die Tasse unter die Kaffeemaschine und auf den Knopf gedrückt. Mein Start in den Tag.

Ein Leben ohne Kaffee ist sicher möglich – aber für mich definitiv nicht erstrebenswert. Aber es geht – zumindest sieben Wochen lang. Auch wenn es in der ersten Zeit echt schwer fällt. Weil meine Frau nicht auf Kaffee verzichtet. Wenn dann so der Duft von frischem Kaffee durchs Haus zieht – da könnte man schon mal! Habe ich aber nicht.

Und dann am Ostersonntag – dieser Moment mit der ersten Tasse Kaffee auf der Terrasse in der Sonne – unbezahlbar. Diese erste Tasse, die zelebriere ich. Die genieße ich. Ganz bewusst. Schluck für Schluck.

Nur eine Tasse Kaffee. Aber sie macht mir deutlich: Vieles ist uns ganz selbstverständlich – eben wie die Tasse Kaffee früh am Morgen. Wie vieles nehmen wir gar nicht mehr bewusst wahr. Einfach, weil es immer da ist. Ohne dass ich mir großartig Gedanken darüber mache.

In diesem Jahr ist da vieles anders! Nicht „7-Wochen ohne“! Nein, „3 ½-Wochen-ohne“ sind es jetzt – Ende noch offen. Und keiner verzichtet hier freiwillig. Wir verzichten, weil wir es müssen. Weil es sinnvoll ist. Weil es Menschenleben rettet.

Wir verzichten auf so vieles, was einfach immer da war – ganz selbstverständlich. Wir verzichten auf Nähe. Auf Besuche. Auf ein Treffen auf ein Bier, Glas Wein oder einfach auf eine Tasse Kaffee. Auf eine Umarmung. Rauszugehen - wohin ich will und mit wem ich will.
Alles Kleinigkeiten! Aber wir merken gerade – es fehlt uns. Das ist alles gar nicht so selbstverständlich. Es ist nicht einfach immer da.

Die Tasse Kaffee am Ostermorgen – ein ganz besonderer Aha-Moment in diesem Jahr. Ich nehme mir vor, vieles wieder bewusster wahrzunehmen. Bewusster zu genießen. Dankbarer zu sein. Auch – oder gerade - Gott gegenüber.
„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er die Gutes getan hat!“ Jeden Tag! So viel Gutes! Manchmal nur Kleinigkeiten! Aber jede Kleinigkeit ein Grund, dankbar zu sein! Gott dankbar zu sein für das, was mir gut tut.

Die Tasse Kaffee am Ostermorgen – irgendwie ist sie auch ein Zeichen der Hoffnung. Die „7-Wochen-ohne“ – die gehen vorbei. Das weiß ich. Auf die erste Tasse Kaffee kann ich mich sieben Wochen lang freuen.
Und auch diese Zeit – diese „X-Wochen- ohne“ – die geht vorbei. Dann ist wieder die Zeit, dann ist wieder die Gelegenheit, das zu genießen, was wir jetzt vermissen. Dann können wir wieder das Leben feiern. Bewusster! Dankbarer! Das hoffe ich!
Und freuen – freuen dürfen wir uns jetzt schon darauf. Das macht das Warten ein wenig erträglicher – finde ich.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der es gut mit uns meint

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 12. April (Ostersonntag)---

Mit weitem Horizont...

Kurz bevor die Kontaktbeschränkungen verschärft wurden, war ich mit einem Freund noch wandern. Hier von Eisern aus zum Steimel bei Neunkirchen. Einfach mal raus. Einfach mal was anderes sehen. Bevor einem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. 

Auf dem Hinweg waren wir auch oben auf dem Pfannenbergturm  gelaufen. Einfach die tolle Aussicht genießen. Ein freier Blick. Nicht begrenzt. Unendlich weit bis zum Horizont.

Ein freier Blick. Das wäre in diesen Tagen gut, oder?! Nicht nur das sehen, was im Moment vor den Füßen ist. Was uns einengt: Kein unnötiger sozialer Kontakt. Zu Hause bleiben. Und wenn ich doch raus muss, mindestens 1,5 Meter Abstand. Stillstand in vielen Bereichen unserer Gesellschaft. Einfach mal rausgehen, sich auf eine Tasse treffen. Geht nicht mehr.
Wie lange noch?! Keiner weiß das so genau. Die Experten sagen: Wir fahren im Moment nur auf Sicht. Aussagen werden nur für den Moment getroffen. Morgen kann schon alles wieder anders sein,

Ein freier Blick. Das ist Ostern. Wie so ein Ausblick vom Pfannenbergturm. Ein Blick mit einem unbegrenzten Horizont.
Seit Ostern leben als Christen nicht mehr nur auf Sicht. Wir leben mit einem unglaublich weiten Horizont.

Gott lässt uns zu Ostern einmal ganz weit blicken – weiter als das, was wir im Moment in unserem eingeschränkten Alltag so vor Augen haben, was uns beschäftigt. 
Ostern lässt uns entdecken: Da gibt es noch mehr! Da kommt noch was! Die schwierige Situation im Moment, alles das, was du grad nicht durchschauen kannst. Wo du dich fragst: „Wie geht es weiter?
Das ist nicht alles. Da geht noch mehr – unendlich viel mehr!

Jesus lebt – er ist auferstanden. Das erfahren die Frauen, als sie zum Grab kommen. 
Jesus lebt – er ist auferstanden. Das erfahren die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. 
Und auf einmal sehen sie mehr, sehen sie weiter. Wo vorher nur Trauer war, ist auf einmal wieder Hoffnung da. Wo vorher nur Fragen waren, ist auf einmal wieder Gewissheit da! Wo vorher schon der nächste Schritt unsicher war, ist auf einmal wieder Mut da, nach vorne zu schauen, neue Schritte zu wagen.

Jesus lebt – er ist auferstanden! Das heißt doch auch für uns: Er ist da in meinem Leben – so wie damals bei den Frauen am Grab, so wie damals bei den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus.
Mitten in meinem Alltag, der gerade alles andere als leicht ist. Die einen sitzen zu Hause – vielleicht allein und einsam. Die anderen müssen Home-Office und Kinder gerade unter einen Hut bringen. Und andere wie Pflegepersonal und Ärzte, wie Verkäuferinnen – die gerade bis an ihre Grenzen belastet werden. Mitten in diesem Alltag ist Jesus bei mir.

Er lebt! Weil er auferstanden ist, darf ich sicher sein: Ich bin nie allein! Weil er auferstanden ist – gilt das, was er versprochen hat: Siehe, ich bin bei dir alle Tage – bis an der Welt Ende! 
Alle Tage – das heißt: Auch jetzt! Gerade jetzt! Wo unser Alltag auf den Kopf gestellt ist. Wo nichts mehr so ist, wie immer. Wo alles abgesagt ist. 
Alle Tage – das heißt aber auch: Für immer! Es gibt ein Leben, das bleiben wird - ein Leben, in dem wir bei Gott geborgen sind, wo all unsere Fragen, die wir jetzt noch haben, keine Fragen mehr sind.

Der Herr ist auferstanden - Er ist wahrhaftig auferstanden!
Diesen weiten Blick – mit unbegrenztem Horizont – den wünsche ich dir und mir zu Ostern.

Bleibt behütet von unserem Herrn, der auferstanden ist und lebt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 10. April (Karfreitag)---

Es ist alles wieder gut – das ist die Botschaft dieses Tages, die Botschaft von Karfreitag.

Gott versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu.  

Da am Kreuz  - da versöhnt Gott. Die Welt – dich und mich – mit sich.
Gott sagt hier am Kreuz: Es ist alles gut. Zwischen dir und mir – da stimmt es wieder. Da steht nichts mehr zwischen uns. Nichts mehr, was unsere Beziehung stört.

Vergiss das nie: Ich will immer noch dein Gott sein. Und du darfst immer noch mein Kind sein. Ich möchte, dass du mit mir lebst. Dass du nach mir fragst. Darauf vertraust, dass ich bei dir bin. Dass ich deinen Weg mit dir gehe. Mit dir dein Leben teile. Auch die schwierigen Momente. Auch die Zeiten, die dir Angst machen. Zeiten, in denen du nicht weißt, wie es für dich weitergeht.

Auch jetzt im Moment in diesen schwierigen Zeiten, in deinen Fragen und Sorgen bin ich bei dir. Vertraue mir, als mein Kind lasse ich dich nie allein.

Und du darfst sicher sein: Ich lasse dich nicht fallen, auch wenn du mich enttäuscht. Auch dann halte ich immer noch an dir fest. Ich werde dich immer lieben. Auch wenn es dir schwer fällt, das manchmal zu glauben.

Meine Liebe zu dir, die ist größer, als du es je begreifen wirst. Meine Liebe zu dir, die wird an diesem Kreuz sichtbar. Mein Sohn stirbt – für dich. Du darfst leben – versöhnt mit mir – für immer.“

Das ist Karfreitag! Die Überwindung der größten Krise der Menschheit. Ein für alle Mal. Überwunden durch Gott – durch seine Liebe, die an uns festhält.

Das ist Karfreitag. Ein neuer Anfang – für die Welt. Für dich, für mich. Ein neues Leben, ein anderes Leben. Ein Leben – gelebt im Vertrauen auf Gott.

Ein neuer Anfang. Das klingt doch gut. Gerade im Moment. Eine Hoffnung, die wir gerade jetzt in diesen Tagen besonders brauchen. Da tut es gut, das zu wissen. So ein neuer Anfang ist möglich.

Dass nicht alles so weiter geht. Dass wir es lernen werden umzudenken – in vielen Bereichen unseres Lebens. Jeder ganz persönlich – aber auch als Gesellschaft. Das hoffe ich. Das wünsche ich mir. 
Dass nicht mehr der Egoismus das Normale ist. Dass ein neues Wir-Gefühl entsteht. Wir schaffen das. Gemeinsam. Miteinander. Eine Gesellschaft, wo wir wieder aufeinander achtgeben – auch oder gerade auf die Schwachen. 
Wo wir – um es mit den Worten des Paulus zu sagen - versöhnt leben – mit Gott versöhnt, mit meinen Mitmenschen versöhnt – mit mir selbst versöhnt.

Eine Hoffnung, die sich für mich am Kreuz festmacht. Weil da das Entscheidende passiert – schon längst passiert ist. Weil Gott da einen neuen Anfang gemacht hat. Der  mein Leben, der dein Leben verändern kann. Der diese Welt verändern kann.

Damit es dein Leben verändern kann  - schreibt Paulus – fehlt nur eins: Lasst euch versöhnen mit Gott! 
Nimm das an! Nimm das an, dass Gott dich liebt. Nimm das an, dass er am Kreuz noch einmal alles auf Anfang gesetzt hat. Dass er da mit dir noch einmal neu anfängt. Immer wieder.

Nimm das an und nimm das mit. Mit in deinen Alltag. In deine Beziehungen hinein, in dein Denken und Reden, auf deinen Schreibtisch und in die Küche, in deinen Freundes- und Bekanntenkreis und durch dich in unsere Welt.

Lasst euch versöhnen mit Gott! Nimm das an! Dass Gott dein Leben mit dir teilen will. Dass er deinen Weg mit dir geht – egal, wie unübersichtlich und schwierig dieser Weg im Moment auch sein mag. Du kannst sich sein: Er ist an deiner Seite.
Und nichts wird ihn daran hindern, uns einmal auch ans Ziel zu bringen. Zum Leben bei ihm – für immer.

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt – dích und mich - mit sich selber.

Dass diese Gewissheit uns Halt gibt gerade in diesen schwierigen Zeiten – das wünsche ich uns.

Bleibt behütet von Gott, der uns bedingungslos liebt

Ihr/ Euer Michael Goldau

► Die ganze Predigt aus dem Karfreitagsgottesdienst

 

--- 08. April ---

Des Rätsels Lösung…

Wer kennt Arthur Wynne? Schon mal etwas von ihm gehört? Wahrscheinlich nicht! Aber ganz sicher mal etwas von ihm gesehen.  Wollen wir wetten?!

Arthur Wynne war ein Redakteur der Zeitung „New York World“. Seine Aufgabe war es, die Sonntagsbeilage „Fun“ (also Spaß) mit neuen Rätseln interessant zu gestalten.

Dabei hat er das Kreuzwort-Rätsel erfunden. Am 21. Dezember 1913 wurde das erste in der Weihnachtsausgabe veröffentlicht. Arthur Wynne – der Erfinder des Kreuzworträtsels - zumindest offiziell. So kann man es im Internet nachlesen.

Der eigentliche Erfinder des Kreuzwort-Rätsels ist aber ein ganz anderer – einer, den wir alle kennen: Pontius Pilatus.
Der hat das erste Kreuzworträtsel in Auftrag gegeben. Er hat es oben an einem Kreuz anbringen lassen. An dem Kreuz, an dem Jesus stirbt.
Da lässt er eine Tafel anbringen. Auf der steht der Grund für die Verurteilung. Das war so üblich. Damit jeder gleich wusste, warum der da am Kreuz sterben musste. Auch als Abschreckung. Um jeden zu warnen: Wenn du das machst, dann endest du auch hier.
Und genau das macht Pilatus auch bei Jesus. Und wird so -  ohne es zu ahnen – der Erfinder des Kreuzwort-Rätsels.

Wer gerne Kreuzwort-Rätsel löst, der kennt das: Kreuzinschrift Jesu mit 4 Buchstaben? INRI. I auf Latein für: Jesus; N für Nazareth, R auf Latein für: König, I auf Latein für: Juden. „Jesus von Nazareth, König der Juden“.
INRI. Wer das beim Kreuzworträtsel einträgt – der hat das Rätsel gelöst.

Manche Kreuzwort-Rätsel sind knifflig. Schwer zu lösen. Das von Pilatus nicht. Weil Gott das selbst schon längst für uns gelöst hat.
„Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber!“ Das ist des Rätsels Lösung. Die Lösung des Rätsels vom Kreuz.

Gott zeigt uns hier am Kreuz: Es ist alles gut. Zwischen dir und mir – da stimmt es wieder. Da steht nichts mehr zwischen uns. Nichts mehr, was unsere Beziehung stört.
Vergiss das nie: Ich will immer noch dein Gott sein. Und du darfst immer noch mein Kind sein. Ich möchte, dass du mit mir lebst. Dass du nach mir fragst. Darauf vertraust, dass ich bei dir bin. Dass ich deinen Weg mit dir gehe. Mit dir dein Leben teile. Auch die schwierigen Momente. Auch die Zeiten, die dir Angst machen. Zeiten, in denen du nicht weißt, wie es für dich weitergeht.
Auch jetzt im Moment in diesen schwierigen Zeiten, in deinen Fragen und Sorgen, in den Rätseln deines Lebens bin ich bei dir. Vertraue mir, als mein Kind lasse ich dich nie allein.
Meine Liebe zu dir, die wird an diesem Kreuz sichtbar. Mein Sohn stirbt – für dich. Du darfst leben – versöhnt mit mir – für immer.

Lasst uns das an Karfreitag noch einmal feiern: Die Lösung des Rätsels vom Kreuz – das ist auch die Lösung für mein Leben! Ich habe einen Gott, der alles für mich gegeben hat. Damit ich mit ihm lebe! Für immer!

Bleibt behütet von Gott, der so leidenschaftlich an uns hängt

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

---05. April---

Wenn's mal wieder länger dauert...

„Sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz.“
Worte aus dem Psalm 62. Worte auf einer kleinen Karte. Reichlich zerknittert ist die Karte. Kein Wunder! Sie begleitet mich schon fast 30 Jahre.

Bekommen habe ich sie in Fischelbach. Damals war ich im Vikariat. Und es war die Zeit kurz vor meinem 2. Examen. Je näher die Prüfungen rückten, desto nervöser wurde ich. Klar, ich hatte gelernt. Reichlich. Aber irgendwie war da immer die Unsicherheit: Reicht das auch?
Ein paar Tage vor der Prüfung war Frauenhilfsstunde. Am Ende verteilte die Leiterin Kärtchen mit Bildchen und Bibelversen.
Mir gab sie die Karte mit den Worten: „Ich glaube, das hier können Sie im Augenblick ganz gut gebrauchen!“

Es war diese Karte mit den zwei Verse aus dem Psalm 62. Sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz.

Eine Zusage - die hat mich damals ruhig gemacht. Sie hat mich daran erinnert: Da ist einer, der dir hilft, einer, auf den du dich felsenfest verlassen kannst.

Ich habe diese Karte immer noch. Ich nehme sie mit in jeden Gottesdienst. Auf jede Sitzung.
Ab und zu nehme ich sie raus. Vor wichtigen Entscheidungen. Vor schwierigen Besuchen. Dann nehme ich sie noch mal in die Hand. Lese noch mal diese Worte. Und merke: Das macht mich ruhig. Ich muss nicht alles selbst stemmen. Da ist einer an meiner Seite. Auf den kann ich mich verlassen. Mir gibt das Ruhe. Gelassenheit. Geduld.

Etwas, was wir auch in diesen Tagen brauchen. 14 Tage gelten jetzt die Kontaktbeschränkungen. Viel zu lange sagen einige. Denen fällt zuhause die Decke auf den Kopf. Die möchten am liebsten, dass schon morgen alles wieder normal ist: Dass man wieder raus darf, sich wieder treffen darf. Einfach wieder ein ganz normales Leben führen!

Ich weiß nicht, ob und wann das wieder möglich ist. Möglich, ohne dass ich andere dadurch gefährde.
Bis dahin will ich gerne geduldig warten. Gelassen bleiben. Auch wenn es schwer fällt. Ich will stille sein zu Gott! Darauf vertrauen, dass auch das in seiner Hand liegt. Dass er das bestimmt, wann es für uns gut ist, wieder durchzustarten.  Das will ich gerne ihm überlassen. Und in der Zwischenzeit so viel Alltag wie möglich mit so viel Abstand wie nötig leben. Und mich jetzt schon darauf freuen, Freunde wiederzutreffen, rauszugehen, Essen zu gehen oder was auch immer mir jetzt fehlt. 

Und immer dann, wenn mir das mal schwer fällt – mit der Geduld und der Gelassenheit – dann nehme ich einfach noch mal die Karte in die Hand.

Bleibt behütet von Gott, der unser Fels in der Brandung ist.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

---01. April---

Wenn alles aus dem Gleichgewicht gerät…

„Zuviel auf der Waage? – Darf’s ein bisschen mehr sein?“ Kommt drauf an, oder?! Ob es mehr sein darf?

An der Wursttheke oder an der Fleischtheke. Ich will eigentlich 100 gr Aufschnitt haben. Aber da liegen jetzt 120 gr auf der Waage. Also 20 gr zu viel. 20 gr mehr als ich wollte. Aber die Verkäuferin lächelt mich nett an: „Darf’s ein bisschen mehr sein?“
Und was sagen wir dann – eigentlich fast immer. „Kein Problem! Lassen Sie das ruhig so?“ Da darf’s ruhig auch ein bisschen mehr sein.

Aber, was ist, wenn das Leben mir, wenn das Leben dir,  zu viel auf die Waage legt? Nicht nur ein bisschen mehr. Zu viel. Mehr als wir gebrauchen können. Im Moment haben wir ja vielleicht alle so dieses Gefühl. Dass alles irgendwie aus dem Gleichgewicht gerät.

Für die einen ist es die Sorge, selbst zu erkranken. Für andere die Sorge um den Arbeitsplatz, um die berufliche Existenz. Den einen fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Andere leiden darunter, dass sie keiner besuchen kann. Und im Kranken- und Pflegebereich kommen Menschen ans Ende ihrer Kräfte. Und uns alle bewegt die Frage: „Wie lange wird das noch dauern? Wann wird alles wieder einigermaßen normal?“ Wenn man ja wenigstens das wüsste. So ein Datum vor Augen hätte. Das würde ja manches vielleicht auch einfacher machen.

Da ist vieles, was das Leben uns da im Moment auf die Waage legt. Vieles bei dem wir denken: Nein, da darf’s nicht ein bisschen mehr sein! Da hätten wir gern weniger! Viel weniger!

Einfach, weil wir im Moment selbst wenig auf die andere Seite der Waage legen können. Wenig, was unser Leben wieder ins Gleichgewicht bringt. Weil da vielleicht auch unser Glaube in Schieflage gerät. Weil wir uns fragen: Warum lässt Gott das zu? Wieso verhindert er das nicht? Dass so viele Menschen sterben?

„Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Das ist die Jahreslosung für das neue Jahr. „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Es ist eine Antwort auf die Frage: Was ist, wenn mir das Leben zu viel auf die Waage legt? Was ist, wenn mein Leben in Schieflage gerät?  

„Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Das sagt in der Bibel jemand, dessen Leben auch mächtig in Schieflage geraten ist. Ein Vater, der einen kranken Sohn hat.. Alles hat er schon versucht. Nichts hat etwas gebracht. Er kommt zu Jesus. Für diesen Vater ist Jesus so etwas  wie  der  letzten  Strohhalm. Er legt seine Hoffnung, seinen Glauben in die Waagschale. Er legt seinen Glauben auf die andere Seite der Waage. Auch wenn er weiß: Mein Glaube, der ist im Moment gar nicht so stark. Genau deshalb bittet er Jesus: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“  

Es kann sein, dass das in diesen Tagen genau das ist, was wir brauchen. Dass wir auch unseren Glauben in die Waagschale werfen – egal wie schwach er uns im Moment auch vorkommt.

Den Glauben, das Vertrauen in die Waagschale werfen“ Bei all dem, was das Leben uns da jetzt auf die Waage legt. Bei all dem, was unser Leben zurzeit mächtig aus dem Gleichgewicht bringt.

Lasst uns da unseren Glauben, unser Vertrauen mit auf die Waage legen. Nicht den Glauben „Das wird schon wieder!“ Nicht das Vertrauen „Es ist ja noch immer gut gegangen, warum nicht auch jetzt!“

Nein, unseren Glauben, unser Vertrauen auf Jesus. Unser Vertrauen darauf, dass er bei uns ist. Auch in all den schwierigen Momenten. Auch in den Sorgen, in den Fragen die ich habe. Dass er da ganz nah bei mir ist. Dass er meine Sorgen teilt. Dass er meine Fragen mit mir aushält.

Dieses Vertrauen, das darf ich mit auf die Waage legen. Und dann hoffen – hoffen wie der Vater in dieser Geschichte in der Bibel: Den Rest, den legt Jesus mit dazu.

Bleibt behütet von Gott, der ganz nah bei uns ist

Ihr/ Euer Michael Goldau

PS: Die ganze Geschichte zum Nachlesen in der Bibel bei Markus 9, 17- 27.

 

 

---29. März---

Wenn wir alle Abstand halten…

Abstand halten – das ist das Gebot der Stunde. Mindestens 1,5 Meter – besser noch mehr.
Seit einer Woche gelten umfassende Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit. Wir alle sollen unsere sozialen Kontakte soweit wie möglich reduzieren.

Eine Woche haben wir schon hinter uns. Und keiner kann uns sagen, wie lange noch. Und ob aus den Kontaktbeschränkungen doch noch ein Ausgangsverbot wird.
Wenn wir alle Abstand halten, ist das gut – gut, um die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen. Wenn wir alle Abstand halten, ist das gut – für alle.

Aber es tut – gefühlt – nicht gut. Wir merken auf einmal, dass uns da was fehlt. Wie wichtig der Kontakt zu anderen ist.

Einfach mal rausgehen, sich mit der Freundin auf eine Tasse Kaffeetrinken. Mit den Kindern auf den Spielplatz gehen. Sich mit Freuden auf ein Bier verabreden. Sich zum Skat oder zur Doppelkopfrunde zu treffen. Zusammen essen gehen. Sich treffen, um gemeinsam Fußball zu gucken oder um Gottesdienst zu feiern.

Bis jetzt ganz selbstverständlich. Und auf einmal ist es das nicht mehr. Und das tut nicht gut. Da fehlt etwas.
Das eigene Enkelkind nur noch auf Bilder zu sehen. Nicht mitzubekommen, wie es sich entwickelt. Dass es jetzt schon sitzen kann. Und man kann das nicht miterleben.
Die Mutter, die Schwiegermutter nicht besuchen zu können – einfach mal am Sonntag nach dem Gottesdienst auf eine Tasse Kaffee vorbeizufahren oder für sie einzukaufen. Da macht man sich so seine Sorgen, seine Gedanken. Gerade jetzt, wo sie das brauchen, kann man nicht für sie da sein.

Sicher, wir telefonieren, wir schreiben Nachrichten bei WhatsApp. Wir bleiben in Kontakt. Hören nach, ob es dem anderen gut geht.
Aber mal ehrlich: Ein Anruf, eine E-Mail ersetzt keinen Besuch. Und ich kann bei WhatsApp so viele Emojis verschicken wir ich will – das kann nie so gut tun wie einfach mal umarmt zu werden.

Machen wir uns da nichts vor. Und es wird nicht leichter werden in den nächsten Tagen und Wochen. Gerade auch, weil uns niemand sagen kann, wir lange wir noch auf Abstand bleiben müssen.

Heute Morgen – beim stillen Gebet in der Kirche – fällt mein Blick auf das Tuch an der Kanzel. Schwarz auf weiß steht es da. Haben wir es bei jedem Gottesdienst vor Augen: Siehe, ich bin bei euch!

Genau das brauchen wir jetzt –diese Zusage: Auch wenn wir jetzt alle Abstand halten, Gott macht das nicht. Gott geht nicht auf Abstand. Im Gegenteil: Gott ist – und Gott bleibt – uns ganz nahe.

„Auch wenn ich selbst allen Mut verliere, du, Herr, weißt, wie es mit mir weitergeht!“ (Gute Nachricht) Das ist die Losung für den heutigen Sonntag.

Wir haben einen Gott, der mit uns geht – auch durch diese schwierigen, diese unsicheren Zeiten. Wo wir selbst vielleicht den Mut verlieren. Wo wir uns fragen: Wie geht es weiter? was kommt da noch?

Wir haben einen Gott, der uns nicht allein lässt mit dem, was uns gerade beschäftigt, was uns belastet. Wir haben einen Gott, der das sieht, dass uns die Nähe, der Kontakt zu anderen jetzt fehlt. Einen Gott, der uns sagt: Ich bin bei dir. Heute – und morgen – und an jedem Tag.

Auf alle anderen Kontakte müssen wir jetzt möglichst verzichten – zu unserem eigenen und zum Nutzen aller.
Aber diesen einen Kontakt – den zu Gott – auf den aber ganz bestimmt nicht.

Bleibt behütet von Gott, der bei uns ist und der weiß, wie es für uns weitergeht.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 25.März---

Wenn Gewohntes nicht mehr da ist…

Am vergangenen Samstag habe ich schon mal für den Sommer vorgesorgt. Ich habe Tagetes (Studentenblumen) in Pflanzschalen ausgesät – wie jedes Jahr.
Und schon nach zwei Tagen sind die ersten aufgegangen – reichlich – ganz anders in den letzten Jahren. Ein schönes Zeichen – finde ich. Eins, das auch gut tut – gerade in diesen Tagen. Ein Zeichen, das Hoffnung macht. Nach dieser Zeit kommt wieder eine andere.
In einer WhatApp-Nachricht schreibt mir jemand: „Hoffen wir darauf, dass alles wieder gut wird!“ Und ich schreibe zurück: „Das wird es. Ganz bestimmt! Vielleicht nur anders!“
Vieles ist anders in diesen Tagen. Es ist eine Zeit des Umbruchs – so erleben wir es. Vieles, was so ganz selbstverständlich war, ist es auf einmal nicht mehr. Vertraute Sicherheiten brechen weg.
Aber gerade in solchen Situationen kann Neues wachsen. Gerade in Krisensituationen.
Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? So sagt es Gott in der Bibel – im Buch des Propheten Jesaja. Er sagt es Menschen, die auch ganz tief in einer Krise stecken. Die sich unsicher fragen: Wie geht es für uns weiter? Haben wir noch eine Zukunft? Und wenn ja, wie wird die aussehen?
Und Gott sagt ihn: Habt keine Angst! Es geht weiter! Ganz bestimmt! Ihr habt Zukunft. Ich will Neues schaffen! Und wenn ihr genau hinschaut: Es wächst schon! Da ist schon etwas da von dieser Zukunft.
Für mich ein Wort der Hoffnung in diesen Tagen. Dass jetzt schon – mitten in der Krise - etwas Neues wächst. Dass jetzt schon Zukunft wächst. Dass nicht alles so weiter geht. Dass wir es lernen werden umzudenken – in vielen Bereichen unseres Lebens. Jeder ganz persönlich – aber auch als Gesellschaft. Das hoffe ich. Das wünsche ich mir.
Dass nicht mehr der Egoismus das Normale ist. Dass nicht mehr jeder erst an sich denkt und dafür sorgt, dass er genug Klopapier zu Hause hat.
Dass ein neues Wir-Gefühl entsteht. Wir schaffen das. Gemeinsam. Miteinander. Eine Gesellschaft, wo wir wieder aufeinander achtgeben – auch oder gerade auf die Schwachen.
Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ja, es ist doch schon zu erkennen. Vielleicht nur zaghaft – so wie die Tagetes, die jetzt bei mir aufgegangen sind. Aber es ist doch da! Menschen bleiben zu Hause – um andere zu schützen. Andere melden sich – um für Nachbarn einzukaufen. Auch unser CVJM in Eisern hat so eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Und an ganz vielen Stellen passiert das, ohne dass großartig darüber geredet wird.
Oder eine kleine Notiz aus der Zeitung. Ein Zeichen, dass sich etwas ändert. Dass etwas Neues wächst. In einer Bäckerei holt ein Feuerwehrmann Brötchen für die Wache. Als er zahlen will, ruft jemand von hinten: „Die Brötchen für die Kameraden von der Feuerwehr übernehme ich!“
Ja, es wächst Neues! Vielleicht noch klein und zaghaft! Aber es kann wachsen, größer werden, blühen – wie meine Tagetes. Auch dann, wenn die Krise vorbei ist.
Träum weiter – werden viele sagen. Helmut Schmidt, der ehemalige Bundeskanzler, hat einmal gesagt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“ Ich halte viel von ihm, aber hier irrt er.
Als Christen leben wir doch von einer Vision – von der Vision einer anderen, einer besseren Welt. Einer Welt, die Gott uns versprochen hat. Und diese Welt ist heute schon da – sie ist heute schon Wirklichkeit – da, wo wir Zeichen dieser neuen Welt setzen – füreinander da sind – uns einsetzen für die Schwachen - einer auf den anderen achtet!
Von dieser Hoffnung wünsche ich uns mehr in diesen Tagen.

Bleibt behütet von Gott, der Neues wachsen lässt.

Ihr/ Euer Michael Goldau

Ach ja, ich brauche noch kleine Plastikblumentöpfe. um die Tagetes zu vereinzeln, wenn sie größer werden. Also, wer noch welche hat….
Ich bringe dann im Sommer auch eine Pflanze vorbei.

 

 

--- 22.März---

Wenn alles andere abgesagt ist…

Sonntagmorgen - 10.00 Uhr. Die Glocken läuten wie immer. Aber nichts ist wie immer.

Die Glocken läuten, aber sie laden nicht dazu ein zusammenzukommen, um miteinander Gott zu feiern und auf sein Wort zu hören. Sie laden ein zum Gebet.
Weil im Moment eben nichts ist wie immer. Vieles ist abgesagt. Vieles, was für uns ganz selbst-verständlich ist. Oder war!

Einfach mal gemütlich mit Freunden treffen – abgesagt. Im Café die Sonne genießen - abgesagt. Sich frei bewegen dürfen, hingehen, wohin man möchte – nicht ganz abgesagt, aber eingeschränkt. Gottesdienste – abgesagt.

Ja, der ganz normale Alltag – er ist abgesagt. Die einen müssen zu Hause bleiben, die Zeit irgendwie sinnvoll nutzen. Die anderen – gerade im Krankenhaus- und Pflegebereich, im Einzelhandel – sie sind über das normale Maß hinaus belastet – oft bis an die Grenzen.

Abgesagt – nichts mehr wie immer! Und keiner kann uns sagen, wann es denn wieder wie immer sein wird. Oder viel entscheidender: Ob es überhaupt irgendwann wieder wie immer sein wird.

Abgesagt – gut, dass einer jetzt nicht alles absagt. Gott steht zu seinem Wort. Durch Jesus hat er gesagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Sie bleiben ewig. Für immer!“

Und genau das gilt auch für die Worte aus dem Buch des Propheten Jesaja, die heute an diesem Sonntag Predigttext sind. Da sagt Gott: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!“

Wie eine Mutter! Der Papa ist zum Toben da, zum Fußball spielen oder, um das Fahrrad zu reparieren, wenn da mal was kaputt ist.

Aber wenn das Knie aufgeschlagen ist, die beste Freundin nicht mehr die beste Freundin sein will oder alle lachen, weil man eine Brille tragen muss, dann ist Mama gefragt.
Und die muss gar nicht viel machen. Sich zum Kind runterbeugen, sich hinknien. Das Kind in den Arm nehmen. Es streicheln. Die Tränen abwischen!

Es geht bei echtem Trost letztlich um ein festes, tiefes Vertrauens-verhältnis. Zu wissen: Ich habe einen Gott, in dessen Arme kann ich mich fallen lassen. Diese Arme fangen mich auf. Da hält mich jemand, auch da wo alles haltlos wird. Da steht jemand zu mir, auch wenn ich nicht mehr alles in der Hand habe, wie ich das gewohnt bin.

Ich habe einen Gott, der mich versteht. Der für mich da ist, wenn das, was mich im Moment bewegt, unsicher macht, ängstlich macht. Einer, der einfach für mich da ist. Der mir seine Nähe schenkt. Einfach so. Der mit mir auch durch diese Zeit geht, ind er eben nicht alles ist wie immer! Weil er ich liebt!

Und deswegen erinnert er mich daran: Doch eins ist wie immer! Eins bleibt wie immer: Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Vieles andere ist im Moment abgesagt, aber das nicht. Weil Gott zu seinem Wort steht. Weil er den, der sich in seine Arme fallen lässt, ganz sicher auffängt.

Weil vieles abgesagt ist, ist gerade das jetzt angesagt:
Vor der ungewissen Zukunft – Gott vertrauen!
An den hoffnungslosen Tagen – Gott vertrauen!
In den Sorgen, die zu schaffen machen – Gott vertrauen!

Bleibt behütet von Gott, der uns wie eine Mutter tröstet.

Ihr/ Euer Michael Goldau

 

--- 19.März---

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Dieser Vers aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus war in den Losungen der Lehrtext vom 10. März - bevor sich unser Alltag so grundlegend geändert hat.

Ein Wort, das mich seitdem begleitet hat, durch all die Entwicklungen, die sich in den letzten Tagen ergeben haben, die sich teilweise überschlagen haben.

Ein Wort, das uns – denke ich - die Richtung vorgeben kann bei all dem, was wir jetzt erleben und was uns verunsichert. Das uns Halt gibt in all den Befürchtungen, die uns in diesen Tagen umtreiben.

Der Geist, der uns als Christen bewegt, erinnert uns Paulus, das ist kein Geist der Furcht. Kein Geist, der sich von dem, was von allen Seiten auf ihn einstürmt, verängstigen oder verrückt machen lässt.

Dieser Geist ist ein Geist der Kraft – einer Kraft, die wir nicht in uns haben, die von außen, die von Gott kommt. Einer Kraft, die ruhig und gelassen macht. Weil wir daran glauben, dass einer all das in seiner Hand hat – auch das, was im Moment irgendwie aus dem Ruder zu laufen scheint.

Dieser Geist ist ein Geist der Liebe – einer Liebe, die nicht nur sich selbst, sondern gerade jetzt besonders auch den Nächsten im Blick hat.
Angela Merkel hat in ihrer Ansprache  davon gesprochen, dies sei die größte Krise und Herausforderung unserer Gesellschaft seit dem 2. Weltkrieg.
Jetzt ist es an der Zeit, zu zeigen, dass unser Land unsere Gesellschaft wirklich von christlichen Werten bestimmt wird. Dass da wirklich der Geist der Liebe, der Nächstenliebe unser Handeln bestimmt. Ein Geist, der uns offene Augen dafür schenkt, wo unsere Hilfe gefragt ist, wo jemand in unserer Nähe auf unsere Unterstützung angewiesen ist - in welcher Form auch immer. Ein Geist, der uns da auch sicher ganz kreativ werden lässt.

Und dieser Geist – schreibt Paulus – ist ein Geist der Besonnenheit. Ein Geist, der uns dabei hilft, uns zu besinnen. Darauf zu besinnen, dass wir auch in diesen schwierigen Zeiten nicht allein sind. Dass wir einen Gott haben, der uns versprochen hat: Ich bin bei euch – alle Tage!
Alle Tage – auch an den Tagen, an denen Sorgen und Fragen uns umtreiben, an denen, wir spüren, dass uns vieles aus den Händen gleitet, dass wir eben nicht alles im Griff haben, wie wir es immer meinen.
Wir haben einen Gott, der an unserer Seite ist, der den Weg für uns kennt und der uns sicher ans Ziel bringen wird.

Darauf vertrauen wir als Christen. Diese Hoffnung dürfen wir nicht verschweigen - gerade in diesen Tagen nicht!

Bleiben Sie behütet in diesen Tagen und Wochen.

Ihr/ Euer Michael Goldau

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   





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